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Landfrauen gedenken ihrer Vorsitzenden Martina Höhn / Bäckermeister Gerhard Bänsch informiert über das Bäckerhandwerk

Unser tägliches Brot

BENNIGSEN. Die Damen des Springer Landfrauenvereins trafen sich nach der Sommerpause bei Daniels in Bennigsen.

Sylke Herbst eröffnete die Versammlung zum Gedenken an Martina Höhn mit einem Gebet. Ida Temps hatte in einem Brief, der verlesen wurde, in Worte gefasst, was alle Anwesenden ebenso empfanden: „Martina Höhn hat vor fast 12 Jahren unseren Verein ohne große Vorkenntnisse einer Vereinsführung übernommen und sich getraut, dieser Aufgabe zwischen den unterschiedlichsten Menschen, Generationen, Meinungen, Vorschriften, Arbeiten und Gestaltungen zu stellen. Es gebührt ihr hohe Anerkennung und großer Dank, dass sie dieses anspruchsvolle und umfangreiche Amt mit dem jeweiligen gewählten Team bewältigt und mit großem Engagement geführt hat. Bei allen Unterschiedlichkeiten zwischen den Menschen und ihren Führungsarten wird es immer wieder zu anderen Ansichten und Problemen führen. Zwischenmenschliche Verbindungen und Gespräche haben aber stets zu einem offenen Wort geführt, sodass uns eine gegenseitige Wertschätzung verbindet. In stiller Trauer sind wir Martina Höhn sehr dankbar für die Zeit und die Kraft, die sie uns und unserem Verein geschenkt hat. Anschließend sangen die Landfrauen Hand in Hand ihr Lied: „Wie könnte Freundschaft je vergehen.“

Nach der Kaffeepause hatte Gerhard Bänsch als Bennigser ein Heimspiel. Im Juni beging der Bäckermeister sein diamantenes Berufsjubiläum und informierte die Landfrauen kurzweilig über die Geschichte des Brotbackens. Schon vor rund 10 000 Jahren begann der Mensch mit dem systematischen Anbau von Getreide zur eigenen Ernährung. Gemahlen und mit Wasser vermengt wurde es als Brei gegessen. Später wurde der Brei auf heißen Steinen gebacken, der Anfang des Fladenbrotes. Im ungebackenen Brotteig sorgten in der Luft vorhandene Hefen für eine Gärung. So entwickelte sich der Sauerteig, der durch das entstehende Kohlenstoffdioxid den Teig auflockert. Der Bau von Backöfen machte das moderne Brot möglich. Die Römer brachten um 500 die Grundtechniken zu uns, nach denen in ganz Europa bis ins 19. Jahrhundert hinein Brot gebacken wurde. Anfangs wurde nur in Klöstern gebacken, bis sich um 800 der Bäckerberuf herausbildete. Vom Reichtum der Bäckerzunft zur Blütezeit zeugt das prachtvolle Bäckeramtshaus in Hildesheim von 1459. In vielen Dörfern gab es Gemeinschaftsöfen, in denen einmal in der Woche jeder sein Brot backen konnte. Im 2. Weltkrieg bekam jeder auf Marken 2750g Brot pro Woche. Ab 1950 kamen dann die Brotfabriken auf. Zusätze von Emulgatoren, die Wasser mit Fett verbinden, machen den Teig maschinenfähiger. Ein Reizdarm war früher unbekannt. Bänsch propagiert eine lange Teigführung für den Abbau der Zuckermoleküle. Die alte Tradition gibt auch jungen Bäckern heute eine Chance. Ein Stollen muss nicht 29 Zutaten enthalten mit allen Nebenwirkungen auf unseren Darm. Ein gutes Brötchen von Bäcker Bänsch, 30 000 stellte er früher samstags her, davon kann man heute nur noch träumen.Und dann noch mit guter Butter, die auch nicht mehr verteufelt wird. Ein unvergessener Tag im Kreis der Landfrauen.

Wer Lust hat, an den Veranstaltungen teilzunehmen, findet nähere Informationen auf der Homepage www.kreislandfrauen-Springe.de.PR




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