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"Tag des offenen Denkmals": Ein Ziel ist das mittelalterliche Bodendenkmal "Hus Aren"

Unscheinbarer Hügel hat bewegte Vergangenheit

Nordholz (jaj). Archäologie betreibt man in Afrika, wo man die Gräber alter Pharaonen für die Nachwelt erhält. Soweit richtig. Aber auch in heimischen Gefilden gibt es einige Verbände, die sich mit der Archäologie des Schaumburger Landes befassen. Und zu entdecken gibt es auch im Bückeburger Raum einiges.

Zwischen Evesen und Nordholz weist schon ein Straßenname, der "Hus-Aren-Weg" auf Bauwerke hin, die dort in lange vergangenen Zeiten gestanden haben. Es handelt sich dabei um die Burg Arnheim und die "Nigenborg", auch "Hus Aren" genannt. Die Burg Arnheim ist die ältere von Beiden. Die Nigenborg wurde, wahrscheinlich als Ersatz, einige Meter versetzt errichtet, nachdem die Burg Arnheim zerstört worden war. Es gibt jedoch auch Stimmen, die von einem Bau der Nigenborg ausgehen, als die Burg Arnheim noch stand. Es sind kaum noch urkundliche, oderüberhaupt schriftliche Zeugnisse aus dieser vergangenen Zeit erhalten, sodass eine genaue Geschichte der Burgen nicht mehr nachvollziehbar ist. Klar ist nur, dass die Burgen im Westen des alten "Bukkigaus" errichtet wurden. "Gau" bezeichnet dabei einen geschlossenen Landstrich, der von Germanen besiedelt wurde. Durch dieses Gebiet zog sich auch der "Hellweg vor dem Santforde", eine viel benutzte Heer- und Handelsstraße, die vom Niederrhein zur Elbe führte. Wahrscheinlich war die Lage der Burgen mit daran schuld, dass sie heute nicht mehr erhalten sind. Der Bischof von Minden und die Schaumburger Grafen stritten sich im dreizehnten Jahrhundert um diese Burg. Eine Einigung in diesem Streit konnte nicht erreicht werden. Dies war wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Bauwerke dann Ende des dreizehnten Jahrhunderts durch ein Feuer zerstört. Im folgenden haben die Schaumburger Grafen vermutlich als Ersatz für die zerstörte Burg zwei neue Burgen in Auftrag gegeben. Die "neue Bückeburg", heute Schloss Bückeburg, und die Arensburg in Steinbergen. Viele Schaumburger haben sich seither mit dem Standort der "Hus Aren" beschäftigt, und versucht das Geheimnis ihrer Geschichte zu lüften. Bereits im Herbst 1892 unternahm der Geheime Sanitätsrat Dr. Reinhard Weiß aus Bückeburg erste Grabungen, was einem Artikel unserer Zeitung vom 25. Dezember 1892 zu entnehmen ist. Mit einem Team von 13 Arbeitern verbrachte er fünfTage in Nordholz. Die Ausgrabungen brachten ein Pfahlrost zutage, auf dem die Grundmauern gestanden haben müssen. Daraus schloss Weiß auf eine sechseckige Anordnung der Grundmauern. Außerdem nimmt er aufgrund der Beschaffenheit des gefundenen Mörtels an, dass dieser Teil des Gebäudes bereits in der Zeit zwischen 814 und 919 gebaut wurde. Nach 1892 setzte dann der Bückeburger Hobby-Archäologe Friedrich Wilhelm Mosebach die Ausgrabungen fort. In zwei wunderschön illustrierten Chroniken hielt er seine Erkenntnisse über die "Hus Aren", sowie sein Wissen um die Bückeburger Geschichte fest. Seine Fundstücke, zu denen Hufeisen, Werkzeuge, Waffenteile und einige Kunstwerke gehören, wurden im Mai dieses Jahres an das hiesige Landesmuseum übergeben. Leider wurde bis heute an keinem dieser Fundstücke eine Altersbestimmung vorgenommen. Fundstücke aus eben dieser Sammlung des Landesmuseums, zu der auch die zuvor erwähnten Chroniken gehören, zeigen auch die nebenstehenden Fotos, welche mit freundlicher Unterstützung des Museums angefertigt werden durften. Heute ist der einstige Standort der Burgen lediglich durch einige Erhebungen in der Landschaft zu erahnen. Eine Möglichkeit sich in alte Zeiten zurück zu versetzen bietet sich dem Besucher jedoch in jedem Fall. Weitere Informationen zum "Hus Aren" gibt Hermann Eggers im "Schaumburg-Lippischen Heimat- blatt", Heft 1 2004. Am "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 14. September haben alle Interessierten die Möglichkeit, den Standort selbst einmal in Augenschein zu nehmen. Der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg und der Schaumburg-Lippische Heimatverein sind mit dem Arbeitskreis Archäologie vor Ort. Es werden Fundstücke der Ausgrabungen sowie weitere ur- und frühgeschichtliche Relikte des Schaumburger Landes gezeigt und über den Arbeitskreis informiert. Weitere Informationen im Internet unter: www. SchaumburgerLandschaft. de




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