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Die Diagnose ist schwierig / Gut besuchte Veranstaltung im Kursaal

"Unruhige Beine": Ursachen der Erkrankung liegen im Dunkeln

Bad Eilsen/Rinteln (sig). Gefühlsstörungen in den Beinen zu haben, ist keine spaßige Angelegenheit. Dazu gehören zum Beispiel Kribbeln, Ziehen, Spannungen und andere Missempfindungen der verschiedensten Art. Sie sind inzwischen unter dem Begriff "Restless Legs" (unruhige Beine) zusammengefasst. Offensichtlich breitet sich diese Krankheitsform immer mehr aus, wie das Interesse an einem Vortrag im Eilser Kursaal zeigt.

Dazu eingeladen hatte die von Marion Nonnenberg aus Buchholz geleitete Rintelner Selbsthilfegruppe. Sie stellte als Referenten den Oberarzt Dr. Martin Sommer von der Göttinger Universitätsklinik vor. Der Neurologe, der in einer Ambulanz für Bewegungsstörungen tätig ist, sprach von einer deutlichen Zunahme von Restless-Legs-Fällen. Zu den häufigsten Symptomen dieser Erkrankung gehören Schlaf- und Empfindungsstörungen sowie ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Vor allem zur Nachtzeit verstärken sich die Beschwerden und lassen die Betroffenen keine richtige Ruhe finden. Das Schlafdefizit führt zur Erschöpfung, zu Leistungsminderungen, fehlendem Antrieb und sogar zu Depressionen. Die richtige Diagnostik sei, wie Dr. Sommer betonte, alles andere als einfach. Vielfach wurde bisher angenommen, dass es sich um eine psychosomatische Erkrankung handele, was nicht selten zu langen Fehlbehandlungen führte. Nach vorliegenden Schätzungen sollen bereits drei bis neun Prozent der deutschen Bevölkerung von Restless Legs (RLS) betroffen sein, zu zwei Dritteln Frauen. Beiüber der Hälfte der Betroffenen ist die Ursachenforschung ergebnislos. Dazu gehören leider auch Kinder und Jugendliche. Vielfach ist die Veranlagung erblich. In anderen Fällen werden Störungen der Leber- und der Nierenfunktion sowie die fehlende Fähigkeit, Eisen zu speichern, als Ursachen ermittelt. Inzwischen weiß man auch, dass Medikamente als Auslöser infrage kommen. Dazu zählen gewisse Antidepressiva sowie Schlafmittel, aber auch MCP-Tropfen. Erfreulich ist zumindest die Tatsache, dass sich die medizinische Forschung verstärkt mit RLS befasst. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass sich ein Parkinson-Medikament sehr gut für die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms eignet und deshalb auch dafür bereits zugelassen wird. Zahlreiche Zuhörer nahmen die Chance wahr, gezielte Fragen zu diesem schwierigen Themenkomplex zu stellen.




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