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Lokale Unternehmen als Sponsoren sind für Vereine unverzichtbar

Und wer hat Dein Trikot bezahlt?

Hameln. In wenigen Minuten wird die Partie in der Kreisliga angepfiffen. Die Gastmannschaft lässt sich in ihren neuen Trikots ablichten, die ein heimisches Sportbekleidungsgeschäft gesponsert hat. Die Anreise erfolgte in einem von einem ortsansässigen Autohaus zur Verfügung gestellten Kleintransporter und am Spielrand macht eine Bannerwerbung auf das neue iPhone aufmerksam. Es gibt eine Fülle von Beispielen für die Verzahnung zwischen dem Sport und dem Handel vor Ort.

Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

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Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Hameln. In wenigen Minuten wird die Partie in der Kreisliga angepfiffen. Die Gastmannschaft lässt sich in ihren neuen Trikots ablichten, die ein heimisches Sportbekleidungsgeschäft gesponsert hat. Die Anreise erfolgte in einem von einem ortsansässigen Autohaus zur Verfügung gestellten Kleintransporter und am Spielrand macht eine Bannerwerbung auf das neue iPhone aufmerksam. Es gibt eine Fülle von Beispielen für die Verzahnung zwischen dem Sport und dem Handel vor Ort.

Die Fahrten zum Turnier müssen finanziert, Trainer bezahlt, Sportstätten unterhalten und Kleidung samt Ausrüstung bezahlt werden. Die Ausgaben der Vereine sind teils beträchtlich und lassen sich durch Mitgliederbeiträge allein nicht mehr bestreiten. Hier kommt dem Handel eine bedeutende Funktion zu. „Als Sponsor ist er für die Vereine eine wichtige Größe“, betont Hameln-Pyrmonts Kreissportbund-Chef Fred Hundertmark. „Jeder Verein, der im Breiten- und Spitzensport aufgestellt ist, braucht eine Unterstützung. Vieles kann ohne ein Sponsoring heimischer Unternehmen überhaupt nicht realisiert werden.“ Kreisfußball-Chef Andreas Wittrock pflichtet dem bei: „Die Kosten für die Vereine sind immens hoch und da helfen heimische Firmen vor allem im Jugendbereich mit Sach- und Geldspenden aus.“

Das Engagement, der „Trend“, das lokale Sportgeschehen zu unterstützen, hat sich nach Hundertmarks Einschätzung verstärkt. Und das ist auch gut so. Lokale Werbepartner sind nicht mehr wegzudenken. Die sogenannten Global Player wie die Online-Riesen Amazon oder Zalando treten hier nicht in Erscheinung, es sind Unternehmen vor Ort, die mit dafür sorgen, dass der heimische Sport-Motor am Laufen bleibt. Zum Beispiel Burkhard Lange, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Hameln. Er engagiert sich nicht nur als Vorsitzender und Trainer in „seinem“ Verein, die HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf, sondern auch als Sponsor. Mal gibt es einen neuen Trikotsatz, mal einen Zuschuss für Fahrten zu Bundesligaspielen oder es wird ein Wagen zur Verfügung gestellt. „Ich bin in diesem Verein groß geworden. Als Jugendlicher habe ich jahrelang von dem Engagement anderer profitiert. Es hat sich immer jemand um uns gekümmert. Da ist es nur richtig, etwas zurückzugeben“, erklärt Lange.

Die „soziale Komponente“ spielt für Regina Müller eine bedeutsame Rolle, wenn es um die Förderung der heimischen Sportler geht. „Wir fühlen uns für die Region mitverantwortlich und finden es wichtig, dass die Vereine mit ihrer Jugendarbeit die Kinder von der Straße holen“, so die Inhaberin des im Weserbergland ansässigen „Autohaus Müller“, das auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblickt. Kindergärten und Sportvereine erhalten regelmäßig einen Obolus oder Sachspenden. „Und das soll auch so bleiben“, sagt die Unternehmerin. Ähnlich begründet Friedrich Müller, Senior-Chef von „Holz Müller“, die Motivation seines Unternehmens, Sponsoring zu betreiben, etwa um Kindergärten oder Feuerwehren zu unterstützen oder die Jugend zu fördern. „Wir sind seit rund 100 Jahren vor Ort und fühlen uns entsprechend mit der Region verbunden“, so Müller.

Es sei ein „Stück Verantwortung“, das man gerne übernehme, wenn es um das Engagement in der Region geht, erklärt Michael Rischmüller vom „Telepoint“. Vor allem die Nachwuchsarbeit in den Vereinen werde nach Aussage des stellvertretenden Marktleiters immer wieder unterstützt, weil es wichtig sei, jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten. Schließlich sei Sport schlichtweg gesund. Für Henrik Reimann, Inhaber von „Honig Baustoffe/Hagebaumarkt, „ist die Förderung der Jugend eine Herzensangelegenheit. „Dafür machen wir uns gerne stark!“

Intensives Sponsoring hat sich auch der Hamelner Unternehmer David Dorl auf die Fahne geschrieben. „Seit über zehn Jahren unterstütze ich zahlreiche Sportler und Vereine im Landkreis.“ Ob Tennisspieler, Handballer, Leichtathleten oder Fußballer – fast alle Sparten hat der Inhaber des Sportbekleidungsgeschäfts „Scap“ unter die Arme gegriffen. Dorl macht auf eine allgemeinere und weniger offensichtlichere Form der Unterstützung für die Region aufmerksam. „Das, was ich hier einnehme, investiere ich auch wieder vor Ort. Als Unternehmer schaffe ich Jobs und zahle Gewerbesteuer, die in den städtischen Haushalt fließt und so der Allgemeinheit zugutekommt.“

Sponsoring ist für Kreis-Chef Fred Hundertmark „ein Geben und Nehmen, denn Vereine kaufen in der Regel dort ein, wo ihnen die Unterstützung zuteil wurde“. Nach Meinung von David Dorl hat diese Bereitschaft allerdings nachgelassen. Der Unternehmer wünscht sich, dass die gesponserten Vereine die Förderung mehr goutieren würden und ihre Mitglieder dazu anhalten, die Trainingsartikel vor allem bei demjenigen zu erwerben, der den Verein sponsert.

Ohne Sponsoring läuft (fast) nichts: Durch Mitgliederbeiträge allein lassen sich die Kosten von Vereinen für Trainer, Sportstätten und Ausrüstung längst nicht mehr bestreiten.

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