weather-image
30°
Junggesellenclub Reinerbeck besteht seit 95 Jahren / Dreitägige Feier bei Bauer Pieper

„Und wenn wir feiern, dann auch richtig“

REINERBECK. Drei Tage lang dröhnte aus der zur Festhalle umfunktionierten großen Maschinenhalle auf dem Bauernhof Pieper in Bruch „hipp, hipp, hurra“ aus über 100 Kehlen – der Junggesellenclub von 1923 Reinerbeck feierte mit Unterstützung von drei Musikkapellen sein 95-jähriges Bestehen mit vielen Gästen von nah und fern.

Damenleutnant Nico Hillmann, flankiert von zwei Ehrendamen. WJ
Avatar2

Autor

Willi Jürgens Reporter

116 Mitglieder stark ist derzeit der Reinerbecker Junggesellenclub – 36 Aktive, echte Junggesellen, unterstützt durch 63 passive und 17 fördernde Mitglieder, sind ein wesentlicher Faktor in der Dorfgemeinschaft des oberen Hummetals und eine der tragenden Säulen des dörflichen Lebens. Festlich geschmückt nicht nur die Festhalle und der Festplatz, sondern auch der dortige Ortsteil – hier war Hand in Hand gearbeitet worden. Das Ergebnis war denn auch der würdige Rahmen für dieses Fest, dessen Ursprung im Jahre 1923 liegt. Damals war der Erste Weltkrieg nur erst wenige Jahre vorbei und so mancher Junggeselle kehrte nicht wieder in sein Heimatdorf Reinerbeck zurück. Ihre Namen sind nicht vergessen – das Ehrenmal auf dem Friedhof gedenkt ihrer. Dieses Gedenken halten auch die heutigen Junggesellen hoch – geschlossen marschierten die 36 Aktiven mit einem großen Kranz in den Vereinsfarben zu der Gedenkstätte und legten ihn unter Glockengeläut mit erinnernden Worten dort nieder. Die große Geburtstagsfeier begann dann mit einer zünftigen Disco und der „Happy Hour“ – DJ Matze wusste die 250 meist jungen Gäste schwungvoll bis fünf Uhr früh zu unterhalten:

Reinerbecks junge Generation und auch alle Junggebliebenen waren „voll in Aktion“. Kaum richtig ausgeschlafen, half am nächsten Abend das kräftige Katerfrühstück und die Stärkung mit der notwendigen „flüssigen Nahrung“ Junggesellen und Gästen wieder auf die Beine. Beim anschließenden großen Festball waren es gar an die 300 Gäste, die zur flotten Musik der Band „Party time" die Tanzbeine bis zum ersten Hahnenschrei um drei Uhr früh schwangen – bis zum letzten Walzer waren Tanzfläche, Getränke- und Imbissstände „noch voll belegt“.

Ein Höhepunkt zweifellos der dritte Tag mit viel Musik, Ehrengästen, Nachbarvereinen und den Ehrungen sowie einer tollen Kaffeetafel. Die Blasmusik-Kapellen der Feuerwehren Grießem und Grupenhagen sowie die Dehmker Solos empfingen und unterhielten bestens Gastgeber und Gäste. Gebührend empfangen und begrüßt vom Festkomitee und Damenleutnant Nico Hillmann in Frack, Zylinderhut und langem Degen sowie der „Ehrengarde“ flotter junger Damen – so recht fröhlich und passend zu diesem Junggesellen-Geburtstag. Zur Festrede und Rückblick auf neuneinhalb Jahrzehnte Bestehen des „Junggesellenclubs Reinerbeck“ hatte der Vorsitzende Martin Schmidt seitens der Nachbarvereine, Musikzüge der Feuerwehren Grießem, Grupenhagen sowie Dehmker Solos, Kameradschaft Reine der Niedersächsischen Kameraden und Soldatenvereinigung, Feuerwehren Reher, Grießem und Reinerbeck mit Jugendwehr, Fidele Banane und Trimm Dich-Verein, beide Grießem, und MGV und Singkreis, beide Reinerbeck, nicht nur aufmerksame Zuhörer, sondern auch Gratulanten mit durchaus willkommenen kleinen Gastgeschenken. Dafür gab es seitens der Junggesellen immer wieder als Dank ein dreifaches „hipp, hipp, hurra“. Dank aber gab es auch von Ortsbürgermeisterin Christa Jakobi und vom stellvertretenden Bürgermeister Michael Schlie für das stete Engagement des Junggesellenclubs in der Dorfgemeinschaft und für die Bewahrung alten Brauchtums.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare