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Bilanz von Familie Rose: Ein Familienprojekt, an das wir uns gern erinnern / Alle packten zu

Und ein zweites Chili für Bedürftige

HAMELN. Was noch vor einem Jahr eine Idee unter Freunden und Familie war, wurde innerhalb von 12 Monaten zu einem Familienprojekt.

Das Projekt der Familie Rose entstand in Ehren der Oma, ursprünglich war eine gemeinsame Reise geplant, spontan stimmten alle dafür, gemeinsam den Stand zu betreiben. FOTO: MAra Truchsess

Autor:

Mara-Lena Truchseß

Familie Rose war auf dem Weihnachtsmarkt 2017 einer von zwei neuen Standanbietern unter den 70 Weihnachtsmarktständen in Hameln und führte damit sowohl neue Produkte als auch ein neues Konzept ein. Wie kam es dazu und was ist so innovativ daran?

Mit dem klassischen Essen auf dem Weihnachtsmarkt verbinden viele Bratwurst, Pizza, Crêpes und verschiedene andere Süßigkeiten. Doch privat kocht Familie Rose mit ihren Freunden häufig Chili con Carne. Da das vielen Freunden und Bekannten immer gut schmeckt, entstand bei einem Glühwein im Jahr 2016 die Idee, mit dem Chili-Kaiser einen neuen Stand für den Hamelner Weihnachtsmarkt anzubieten. Gesagt – getan. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte Familie Rose ein Konzept, das sie bei der Stadt Hameln als Bewerbung einreichte. Als finanzielle Grundlage sollte dafür das Erbe der Großmutter genutzt werden. Die Familie hatte sich schon nach dem Tod darauf geeinigt, das Geld für eine gemeinsame Aktion einzusetzen. „Ursprünglich haben wir da natürlich eher an einen Urlaub als an eine Weihnachtsmarktbude gedacht, aber im Kern ist es das gleiche. Wir haben mit dem Projekt eine gemeinsame Erinnerung geschaffen, die uns unser Leben lang begleiten wird“, so Robert Rose. Als im September schließlich die Zusage für den Stand erteilt war, musste schnell gehandelt und alles vorbereitet werden. Der Hüttenbau, die Erfüllung der Gesundheitsanforderungen sowie die endgültige Festlegung der Rezeptur wurden schließlich in allerletzter Sekunde erfüllt, sodass die letzte Schicht Farbe auf dem Dach beim finalen Aufbau noch nicht ganz trocken war.

Schon während der ersten Tage konnte Familie Rose viele Verbesserungsvorschläge der Kunden und Standkollegen annehmen und umsetzen. Während ein Teil der potenziellen Kundschaft zunächst skeptisch mit Sätzen wie „was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ auf das neue Angebot reagierte, konnte sich nach einiger Zeit schon eine Stammkundschaft erkennen und einige Skeptiker überzeugen lassen. Hameln hat sich also auf das neue kulinarische Angebot eingelassen. Das wird zum einen an dem Chili con Carne mit verschiedenen Schärfegraden, aber auch an dem Konzept des „aufgeschobenen“ Essens liegen. Familie Rose orientierte sich dabei an dem Konzept „Suspended Coffee“ und bot die Möglichkeit, zwei Essen zu zahlen, eins selbst zu essen und das zweite an jemanden zu spenden. Die gespendeten Essen wurden auf der Spendentafel notiert, sodass für jeden Bedürftigen direkt ersichtlich war, ob er von einer Spende profitieren kann. Während des Weihnachtsmarkts 2017 konnten auf diese Weise in Zusammenarbeit mit der Hamelner Tafel über 35 warme Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben werden.

Im kommenden Jahr soll diese Zahl weiter steigen. Sollte die Stadt der Familie Rose für 2018 einen größeren Stand zuteilen, kann sich die Kundschaft außerdem auf eine Erweiterung der Hütte um einen geschützten Unterstand sowie einen Ausbau des Getränkeangebots freuen. Wenn die Pläne erneut genehmigt werden, kann es also auch im kommenden Winter wieder Chili zu Weihnachten und aufgeschobenes Essen vom Chili-Kaiser für Bedürftige geben.



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