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Verlängerte Öffnungszeiten: Was halten Stadthäger Kunden und Einzelhändler davon?

Und abends mal in aller Ruhe einkaufen

Stadthagen (han). Seit rund zwei Jahren dürfen die Geschäfte in Deutschland bis 22 Uhr öffnen. In Stadthagen sind drei Verbrauchermärkte darauf eingestiegen. Welche Zwischenbilanz ziehen diese, was sagen die Kunden?

Derzeit gibt es in der Kreisstadt drei Verbrauchermärkte, die bis 22 Uhr geöffnet haben: WEZ an der Bahnhofstraße sowie Extra und Penny an der Jahnstraße. "Die langenÖffnungszeiten werden vor allem in den Sommermonaten genutzt", sagt WEZ-Marktleiter Franz-Josef Gerken, "in der dunklen Jahreszeit kaufen die Leute hingegen früher ein." Vor allem Getränke, Grillwaren und Holzkohle gingen an Sommerabenden vermehrt über die Ladentheke. Seit Ende August 2007 hat WEZ montags bis sonnabends von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Zunächst sei die Resonanz verhalten gewesen, rund vier Monate habe es gedauert, bis sich die neuen Öffnungszeiten herumgesprochen hätten. In den Abendstunden seien vermehrt solche Kunde anzutreffen, die früher zu Tankstellen gegangen seien. "Viele Jugendliche kaufen abends Chips und Getränke ein", berichtet Gerken. Schließlich seien diese Produkte günstiger als bei den Tankstellen. Ein weiterer Einkaufsgrund sei der fehlende Stress. "Abends kann man in Ruhe einkaufen." Profitieren würden zudem Arbeitnehmer, die bis 20 Uhr arbeiten müssen. "Viele Berufstätige haben sich über die neuen Öffnungszeiten gefreut", erinnert sich der Marktleiter. Einige Kunden hätten anfangs jedoch die WEZ-Mitarbeiter bedauert, weil diese so lange arbeiten müssen. "Nach einem Jahr sind die langen Arbeitszeiten jedoch selbstverständlich." Mit den Umsätzen zwischen 20 und 22 Uhr ist Gerken zufrieden. Jedoch: "Wenn alle Läden in Stadthagen bis 22 Uhr geöffnet hätten, gäbe es vermutlich keine Umsatzsteigerungen." Der Handelskonzern Metro hat Extra-Verbrauchermärkte an die "Rewe-Group" verkauft. Aufgrund dieses Besitzerwechsels hat der Stadthäger Extra-Markt seit Anfang Oktober bis 22 Uhr geöffnet, informiert Marktleiter Guido Wittke. "Wir machen fünf bis sechs Prozent unseres Umsatzes nach 20 Uhr", verrät der Filialchef. "Ich hatte ursprünglich mit weniger Resonanz gerechnet." Zudem hätten sich die neuen Geschäftszeiten noch nicht genügend herumgesprochen. Für die dunkle Jahreszeit erwartet Wittke jedoch keine weiteren Umsatzsteigerungen zu den besagten Tageszeiten: "Wenn es dunkel ist, trauen sich die Leute nicht mehr auf die Straße." An besonders kalten Tagen hätten Kunden zudem Angst vor Blitzeis und blieben daher zu Hause. Ansonsten hat Wittke ähnliche Beobachtungen gemacht wie Gerken. "In den Abendstunden wirken die Leute entspannter. Die Kunden genießen es, dass sie keinen Druck mehr haben, bis 20 Uhr ihre Einkäufe erledigen zu müssen." Nicht alle Produkte seien jedoch am Abend gefragt. "Die Fleisch-, Wurst- und Käseabteilung findet kaum noch Anklang."




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