weather-image

Umgehungsstraße Eimbeckhausen: Reflektoren retten Rehe

EIMBECKHAUSEN/BAD MÜNDER. 16 tote Rehe in einem Jahr – das war im August 2015 die tödliche Bilanz der Umgehungsstraße bei Eimbeckhausen. Die Jäger Fritz Katz und André Hanisch wurden aktiv und brachten an Begrenzungspfosten blaue Reflektoren als Warnung für die Tiere an. Die Strahler haben geholfen, sagen die Jäger.

Eine Warnung in Blau: Die Reflektoren an der Umgehungsstraße sollen Wildtiere in der Nacht vor der stark befahrenen Strecke fernhalten. Foto: Rathmann
dittrich

Autor

Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

„Es ist ein voller Erfolg“, erklärt Hanisch. Seit 14 Monaten wird nun blaues Licht an die Straßenseiten geworfen, kein einziges Mal sei Katz in der Nacht seitdem unterwegs gewesen, um verletztes oder totes Wild von der Straße zu ziehen. Hanisch erinnert sich nur an zwei Wildunfälle: „Die waren aber tagsüber, da helfen die Reflektoren natürlich nicht.“

Hanisch und Fritz haben das Revier um die Umgehungsstraße herum gepachtet. Schon als der neue Verkehrsweg im Jahr 2011 gebaut wurde, hatten sie vermehrt Wildunfälle in dem Bereich erwartet – und behielten Recht: Allein bis 2013 verunglückten 43 Rehe, angefahren von Autos, Lastwagen oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Damit starben mehr Tiere, als die Jäger in den drei Jahren überhaupt hätten erlegen dürfen.

Man müsse zwar auch berücksichtigen, dass durch die Unfälle in den Vorjahren nun auch allgemein weniger Tiere in dem Gebiet unterwegs seien, so Katz, aber das reiche als Erklärung für den starken Rückgang nicht aus. „Dass es praktisch gar keine Wildunfälle mehr gibt, kann eigentlich nicht sein“, ergänzt Hanisch.

Warnhinweise oder Schutzzäune sind entlang der Strecke nicht montiert. Das liegt daran, dass die Zahlen der Jäger für die Verkehrsbehörden nicht von Belang sind. In der für die Behörden relevanten Statistik der Polizei wurden wesentlich weniger Unfälle vermerkt, da die Beamten meist nur gerufen werden, wenn Fahrzeuge beschädigt werden. Die Reflektoren haben die Pächter auf eigene Kosten angebracht, in Absprache mit der Straßenmeisterei. Nach dem offensichtlichen Erfolg der Aktion hofft Hanisch nun, dass sich die Behörde nachträglich an den Kosten beteiligt: „Es wäre schön, wenn man sich auch dort über die Bilanz freuen würde.“

Leichte Bestätigung gab es auch von der münderschen Polizei: „Vom Gefühl her sind es deutlich weniger Wildunfälle“, sagt Eckhard Wiegand-Behmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Genaue Zahlen für die Region gebe es allerdings erst zum Ende des Jahres, wenn die Verkehrsunfallstatistik vorliege.

Nachdem Hanisch und Katz die Umgehungsstraße ausgestattet hatten, waren noch einige Reflektoren übrig. Die haben die Jäger beim Denkmal in Richtung Nienstedt und an der alten Bundesstraße nach Eimbeckhausen angebracht. Ob die blauen Strahler auch dort die Tiere schützen, kann Katz schwer abschätzen, Wildunfälle gibt es dort weiterhin. „In Richtung Nienstedt ist der Wald einfach sehr dicht“, erklärt Katz.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt