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SZ/LZ-Serie „Pflege im Alter“ / Heute: Wohnberatung, Seniorenwohnungen und Wohnungsbörse

Um möglichst lange zu Hause zu bleiben

Rinteln. Der Gedanke, die vertraute Umgebung im Alter verlassen zu müssen, ist für viele Menschen unangenehm. Möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben, ist der erklärte Wunsch der meisten älteren und pflegebedürftigen Menschen. Die eigene Wohnung oder das eigene Haus ist jedoch in den seltensten Fällen seniorengerecht ausgestattet und birgt für körperlich beeinträchtigte Menschen zahlreiche Hindernisse und Gefahrenquellen. Wohnberater helfen bei der Wohnraumanpassung und beim Suchen von Seniorenwohnungen.

Autor:

Peter Blaumann

Um das eigene Zuhause sicherer und bewohnbarer zu machen, reichen oft schon einige Handgriffe: beispielsweise durch die Entfernung von Stolperfallen wie Läufer und herumliegende Kabel, durch eine hellere Beleuchtung, die Befestigung von Haltegriffen in Bad und WC, eine Toilettensitzerhöhung oder einen Duschstuhl. Selbstverständlich können bei stärkeren Bewegungseinschränkungen auch größere Umbaumaßnahmen erforderlich werden, wie zum Beispiel die Verbreiterung von Türen, das Anbringen von Handläufen, die Installation von Treppenliftern oder Rollstuhlrampen sowie auch der Einbau einer ebenerdigen Dusche. All diese Maßnahmen können den Umzug in eine Pflegeeinrichtung nicht selten um Jahre hinauszögern.

Der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises vermittelt daher je nach Bedarf ehrenamtliche oder hauptberufliche Wohnraumberater, die im Rahmen eines Hausbesuchs vor Ort den Bedarf ermitteln. Ziel der ehrenamtlichen Wohnberatung ist es, die jeweiligen Problembereiche in der gesamten Wohnung zu erkennen, geeignete Lösungen zu finden und bei der Umsetzung zu helfen.

Die Tätigkeit der Wohnberatung beschränkt sich also nicht nur auf die Beratung, sondern bietet auch praktische Hilfe, Begleitung und organisatorische Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Anpassungsmaßnahmen, um die vertraute Wohnung so umzugestalten, dass möglichst wenige Barrieren oder Gefahrenquellen die Nutzung einschränken.

Sollten Umbaumaßnahmen erforderlich sein, so werden die hauptamtlichen Wohnberater der „WohnBau Kreiswohnungsbau GmbH Schaumburg“ hinzugezogen, die auf Wunsch die gesamte Maßnahme begleiten. Während die Erstberatung kostenlos ist, sind weitere Einsätze der „WohnBau“ kostenpflichtig. Die Mieter sollten sich vor der Durchführung eines Umbaus in jedem Fall mit den Vermietern in Verbindung setzen. Für Pflegebedürftige der Pflegestufen 0, I, II und III gewähren die Pflegekassen zur Verbesserung des Wohnumfeldes einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro. Bei der Höhe des Zuschusses werden in begrenztem Umfang ein angemessener Eigenanteil sowie die Einkommensverhältnisse der pflegebedürftigen Person berücksichtigt.

Eine Alternative zur Anpassung der vorhandenen Wohnung ist der Umzug in eine bereits altengerechte Wohneinheit. Errichtet werden solche Seniorenwohnungen von unterschiedlichen Bauherren entweder frei finanziert oder unter Verwendung öffentlicher Fördermittel. Da sie bezüglich Ausstattung, Größe und Lage auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind, können sie noch über längere Zeiträume ein eigenständiges Wohnen ermöglichen. Voraussetzung, um eine öffentlich geförderte Altenwohnung zu beziehen, ist allerdings ein Mindestalter von 60 Jahren sowie ein Wohnberechtigungsschein (B-Schein), dessen Bewilligung einkommensabhängig ist. Die Kreiswohnungsbaugesellschaft bietet seniorengerechte Wohnungen im gesamten Kreisgebiet an.

Um der steigenden Nachfrage an seniorengerechtem Wohnraum Rechnung zu tragen und einen Überblick über freien Wohnraum zu haben, hat der Senioren- und Pflegestützpunkt in Kooperation mit der „WohnBau“ eine Wohnungsbörse aufgebaut, die eine spezielle Suchoption für barrierearme Wohnungen bietet. Interessierte können auf der Internetseite der Wohnbau (www.wohnbau-shg.de) das Angebot gezielt nach Kriterien wie Wohnort, Wohnungsgröße, Miethöhe sowie dem Grad der Barrierefreiheit filtern, der in die Kategorien „alltagserleichternd“, „rollstuhlfreundlich“ oder „rollstuhlgeeignet“ unterteilt ist.

Kontakt: Senioren- und Pflegestützpunkt, Telefon (0 57 21) 70 37 89. WohnBau Kreiswohnungsbau GmbH Schaumburg, Telefon (0 57 21) 8 00 10. Landkreis Schaumburg, Bauordnungsamt (Bewilligung eines B-Scheins), Telefon (0 57 21) 70 35 02. Nieders. Fachstelle für Wohnberatung, Telefon (05 11) 3 88 28 95.

Für Rollstuhlfahrer sind breite Türen wichtigste Voraussetzung, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben.peb




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