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42 000 rocken mit Udo Lindenberg die HDI-Arena

Udos galaktische Höhenflüge

Ein Show-Opening nach Maß – diesmal kommt „Lindi“ jedoch nicht mit dem Sonderzug, sondern schwebt zu „Odyssee“ in einer Stahlkapsel auf den Bühnensteg der hannoverschen HDI-Arena. Dort wird er bereits von vier Lara-Croft-Doubles erwartet, die ihn zu seinen Musikern chauffieren – die Panik-Party nimmt ihren Lauf.

Als Hintergrundkulisse dient ein riesiger Rock‘n‘ Roll-Liner, der unter anderem mit Comedian Bülent Ceylan, Otto Waalkes, Jan Delay, Rock-Urgestein Eric Burdon und Clueso illustre Gäste an Bord hat. Mit Letzterem performt der Panikrocker „Cello“ – begleitet ihn dabei auf einer weißen Gitarre. „Der Abend wird lang, da kann schon mal die Stimme leiden“, erklärt Lindenberg und gurgelt mit einem kleinen Gläschen Eierlikör. Mit verschiedenfarbigen Likören malt er auch seine „Likörelle“, die schon mehrfach ausgestellt wurden.

Ansonsten präsentiert sich „Mr. Eierlikör“ fit wie ein Turnschuh, rennt, nuschelt, tänzelt, und hüpft sich durch seine dreistündige Mega-Show. Er erzählt die Geschichte vom „Boogie-Woogie-Mädchen“, das den Bands hinterher fährt und während der Show vom grauen Mäuschen zum Superstar avanciert. Zum Song „Ganz anders“ holt der 69-Jährige seinen langjährigen Kumpel Jan Delay auf die Bühne, schlendert mit ihm unter lautem Jubel des Publikums singend über den Steg.

Es kommen aber auch die leisen und nachdenklichen Momente: So wettert Lindenberg in „Wozu sind Kriege da“ gegen das Aufrüsten und den Krieg. Das Lied sang er bereits 1981 mit Pascal Kravetz, der diesmal am Klavier sitzt und zusammen mit dem Kinderchor „Kids on Stage“ das Lied performt. „Wir werden Freunde“ widmet Udo der Boxerin Susi Kentikian. Die musste als Kind mit ihrer Familie aus Armenien flüchten. Sie habe ihn zu dem Lied inspiriert, sagt Lindenberg.

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Den Fans ganz nah: Udo Lindenberg beim Bad in der Menge.

Auf der Bühne ein Kommen und Gehen: Josephin Busch betritt die Bühne – sie ist die Hauptdarstellerin des Musicals „Hinterm Horizont“ und singt mit Udo „Gegen die Strömung“. Wenig später röhren Eric Burdon und der Panik-Präsident „We Gotta Get Out Of This Place“, während es bei „Bunte Republik Deutschland“ im wahrsten Sinne des Wortes recht bunt auf der Bühne zugeht. Fast alle Akteure tanzen und singen in den unterschiedlichsten Outfits zu dem Song.

„Der Greis ist heiß“ und geht mit „Bis ans Ende der Welt“ in die Verlängerung. „Der Sonderzug“ fährt ein, auf der „Andrea Doria“ ist eh alles klar – ein Grund mehr, dass Udo bei „Candy Jane“ das Bad in der Menge wagt.

Die dritte Halbzeit wird mit „Reeperbahn“ eingeläutet – das Duo Delay/Lindenberg schwärmt von Deutschlands geilster Meile, bevor es in der HDI-Arena ganz ruhig wird. „Jetzt muss ich wieder für ne kleine Weile weg“ singt Udo Lindenberg und macht sich auf den Weg zu seinem Space-Shuttle, das ihn mit einer heißen Feuershow zurück in die Galaxie bringt – ein spektakulärer Abgang.

Ein tolles Konzert, mit einer ebenso choreografischen Meisterleistung. Bereits Helene Fischer überzeugte am 7. Juni in der HDI-Arena mit einer geballten Ladung an Perfektion. Der neue Stadion-König heißt jedoch Udo Lindenberg. Zeitweise performten mehr als 100 Künstler auf der Bühne – Deutschlands Mucker-Elite und eine Vielzahl von handverlesenen Gästen rundeten das Show-Spektakel ab – danke Udo.




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