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Tuspo-Vorstand wirft das Handtuch

Bad Münder. Am vergangenen Freitag war die Sache für Dieter Reckler noch klar: Auch wenn die Mitgliederversammlung in der Abstimmung nicht seinem Vorschlag folgen würde, würde er weitermachen. „Man ist gewählt, man hat eine Verantwortung. Da kann man nicht einfach den Kopf einziehen, wenn es mal schwierig wird“, erklärte der Vorsitzende der TuSpo. Inzwischen sieht er das offenbar anders: Der Vorstand des größten Sportvereins der Stadt erklärte gestern seinen Rücktritt.

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Zum 3. Dezember wird der Vorstand den Weg frei machen – um einem neuen Vorstand Platz zu machen, der „die anstehenden und schwierigen Aufgaben in der TuSpo unverbraucht“ angehen könne, so eine Mitteilung auf der Homepage des Vereins. Eine Mitteilung, von deren Verbreitung Reckler selbst überrascht wurde. „Das wurde an mir vorbei veröffentlicht“, erklärte er gestern gegenüber der NDZ. Für ihn der vorläufige Höhepunkt in einer Auseinandersetzung, die er als „Hetzjagd“ empfindet.

Als er am vergangenen Freitag die außerordentliche Mitgliederversammlung eröffnete, wusste er bereits, dass der Vorschlag des Vorstandes zur Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit des Vereins nicht nur Unterstützer finden würde. Was dann aber während der Versammlung passierte, erschütterte Reckler nachhaltig. Dass dem Vorstand solch ein „Hass“ entgegengeschlagen sei, könne er nicht nachvollziehen. „Da ging es nicht um die Sache. Die wollten mich fertigmachen“, so seine Einschätzung, die aber auch von Beobachtern geteilt wird.

Sein Vorschlag einer Beitragserhöhung und Vereinfachung der Beitragsstruktur sollte 37 000 Euro Mehreinnahmen bringen, der von Finanzausschussmitglied Jürgen Molitor vorgestellte Vorschlag Mehreinnahmen in Höhe von 18 000 Euro – der Reckler-Vorschlag wurde abgeschmettert, ihm aus den Reihen seiner Gegner „Größenwahnsinn“ vorgeworfen. „Ich habe niemandem etwas getan. Ich wollte nur den Verein voranbringen“, erklärt der Noch-Vorsitzende.

Als Mittler bot sich Mitte der Woche Ratsherr und TuSpo-Mitglied Helmuth Mönkeberg an. Er habe bereits Gespräche geführt, denn eins sei klar, „diese Gruppen können nicht mehr miteinander sprechen und brauchen einen Moderator“. Auch der Kreissportbund stehe für rechtliche Fragen jederzeit zur Verfügung. Von der jüngsten Entwicklung, der Rücktrittsankündigung des Vorstandes, wurde auch Mönkeberg überholt.

Reckler kündigte gestern an, auch ganz persönlich seine Konsequenzen aus dem Umgang mit ihm ziehen zu wollen: Nach 54 Jahren Vereinsmitgliedschaft, davon sieben Jahren als Vorsitzender, will er der TuSpo nicht länger angehören und austreten. Die Kündigung sei bereits geschrieben. Ein Schritt, den auch Silke Biehl gerade vollzogen habe. Sie ist bei der TuSpo beschäftigt, zuständig unter anderem für die Verwaltung des 1200-Mitglieder-Vereins – noch, denn zum 30. November hat sie ihren Arbeitsvertrag nach den jüngsten Vorgängen gekündigt.

Reckler will zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Dezember Schlüssel und Unterlagen abgeben. Für ihn sei die Sache damit erledigt – werde kein neuer Vorstand gefunden, werde in Abstimmung mit dem Registergericht Hannover ein Notvorstand eingesetzt werden müssen, der sich um die Belange des Vereins zu kümmern habe. Aufgaben und Probleme gibt es genug, ist sich Reckler sicher und erinnert an die Zukunft der HWK-Sporthalle am Laurentiusweg, die die TuSpo und der SC über eine gemeinsame Gesellschaft angemietet haben. Reckler sieht die Zukunft der Gesellschaft in Gefahr, weil er nicht wisse, wie die TuSpo ihren Anteil – 7000 Euro – aufbringen wolle. „Für mich steht die Zukunft des Vereins jetzt in den Sternen“, sagt er.

Zur Lösung der Probleme will auch Kreistagsmitglied Dr. Helmut Burdorf beitragen – der ehemalige Vorsitzende hat angekündigt, beratend zur Verfügung zu stehen und Türen zu öffnen. Er hofft, dass zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Dezember ein neuer Vorstand präsentiert werden kann. col/jhr

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