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Seelze baut großes Wellness-Bad / Kirchhöfer aufgrund "treuer Stammkundschaft ohne Sorge"

Tropicana trotz neuer Konkurrenz gelassen

Stadthagen (ssr). Das "Tropicana" bekommt einen weiteren Mitbewerber. Die Stadt Seelze hat mit der Kristall Bäder AG einen Vertrag zur Errichtung eines Wellness-Bades geschlossen. Das Bad soll bis Ende 2009 stehen und jährlich 190 000 Besucher anziehen. Helmut Kirchhöfer, Geschäftsführer des "Tropi cana", nimmt die Entwicklung ernst, sieht sie aber gelassen. Das "Tropicana" könne auf einen treuen Kundenstamm setzen.

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Seelze investiert 12,1 Millionen Euro in das Bad. Der jährliche Zuschussbedarf für die Stadt ist mit 450 000 Euro kalkuliert. Das Wellnessbad wird unter anderemüber eine 25-Meter-Bahn, eine Sole-Therme, ein Dampfbad und eine Saunalandschaft verfügen. Frank Nägele, Geschäftsführer der süddeutschen Betreiberfirma, rechnet mit Blick auf die angepeilten 190 000 Besucher pro Jahr mit einem Einzugsbereich von bis zu 100 Kilometern. Seelze ist 38 Kilometer von Stadthagen entfernt. Kristall-Chef Nägele sagte auf Anfrage jedoch, die Anbieter würden sich in der Region auch künftig "nicht wehtun". Denn: "Grundlage unserer Kalkulationen ist die Tatsache, dass bisher nur drei Prozent der Bevölkerung in Bäder gehen - wir wollen also das üppige Potenzial der anderen 97 Prozent mobilisieren."Zudem gebe es in der hiesigen Region "keine übermäßige Bäderdichte". Man ziele besonders auf Kundschaft aus der Stadt und der Region Hannover. Zudem baue Kristall in Seelze kein Spaßbad wie das "Tropicana", so gebe es keine Rutsche und keinen Wellenbetrieb: "Wir setzen ganz auf den Wellness- Fak tor." Eine besondere Stärke der Kristall-Bäder "im Unterschied zu kommunalen Bä dern" sehe er allerdings "im Wohlfühlfaktor". Optische Gestaltung und Pflege der Anlage spielten dabei eine große Rolle. Zwar liege Stadthagen "in dem vom Betreiber kalkulierten Einzugbereich von hundert Kilometern", gab Silke Rese-Sussick, die Pressesprecherin der Stadt Seelze, zu. Die Bäder würden aber ganz unterschiedliche Konzepte haben. Im Sauna-Bereich könne es jedoch "wohl zu Überschneidungen kommen", fügte sie hinzu. Man müsse die Entwicklung "schon ernst nehmen", kommentierte "Tropicana" Geschäftsführer Helmut Kirch höfer auf Anfrage. Denn wenn es einen neuen Mitbewerber in dieser Nähe gebe, "werden alle Bäder der Region das merken". Mit Blick auf den Seelzer Betreiber Kristall-AG meinte Kirchhöfer: "Die Bäder, die der baut, funktionieren zumindest in der Anfangsphase durchaus gut." Dass Kristall in Seelzeaber dauerhaft 190 000 Besucher jährlich anziehen soll, "das kann ich mir nicht vorstellen", so Kirchhöfer. Das "Tropicana" könne der Entwicklung selbstbewusst entgegensehen, vor allem "weil wir einen festen, treuen Kundenstamm und eigene Angebotsschwerpunkte ha ben" - wir machen uns keine Sorgen". Freilich werde man sich bemühen müssen, "die Werbung für das ,Tropicana' noch weiter zu verstärken", so Kirchhöfer. Das "Tropicana" verzeichnete 2007 rund 278 000 Besucher, davon 45 000 in der Saunalandschaft - laut Kirchhöfer mit steigender Tendenz. Gleichwohl ist es auf Subventionen aus der Stadthäger Stadtkasse in Höhe von 740 000 Euro pro Jahr angewiesen. Das "Tropi cana" erlöst aus Eintrittsgeldern rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Durchschnittlich bringt ein Besucher 4,10 Euro (im Badbereich 3,60 Euro und im Saunabereich 9,60 Euro). Auf Grundlage dieser Zahlen ist es ein Leichtes zu errechnen, um welchen Betrag jeder Besucher weniger den Zuschussbedarf aus der Stadtkasse erhöhen würde.



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