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Fünftes „Hallo-Luther-Fest“ am Süntelturm als Antwort der Kirche auf den Halloween-Kult

Tropfende Fische statt gruseliger Fratzen

Bad Münder (hzs). „Frisch gewaschen und gestärkt“ – ein bisschen passte das diesjährige Motto auch zum Wetter. Hatte zunächst noch alles nach einem trüben, wolkenverhangenen Herbsttag ausgesehen, verwandelte sich die Szenerie pünktlich zu den ersten Klängen des Posaunenchors in eine sonnenbeschienene Freiluftbühne. Zum achten Mal lud das Organisatorenteam um die Hachmühlener Pastorin Frauke Kesper-Weinrich gestern Mittag zum „Hallo Luther“-Fest am Süntelturm ein.

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Seit Jahren lockt die von der Kirche als Antwort auf den um sich greifenden Halloween-Kult ins Leben gerufene Veranstaltung eine wachsende Zahl von Teilnehmern: nicht nur Christen und Wanderer, auch Gläubige anderer Konfessionen finden regelmäßig den Weg in den Wald.

Von Carola und Wilfried Hartmann und ihrer Mannschaft mit Lutherbrötchen, Lutherbier und Luthersuppe reichlich versorgt, herrschte bereits zur Mittagszeit eine fröhliche Volksfeststimmung.

„In diesem Jahr feiern wir im Zeichen der Taufe“, erläuterte Kesper-Weinrich das Motto. Das von Luther wieder in Zentrum der Kirche gerückte Sakrament der Taufe mache stark und wasche „den alten Adam in uns fort“.

Eine Botschaft, die auch Lothar Ruck vom Kirchenvorstand der Petri-Pauli-Gemeinde in der Rolle des Reformators und Pastorin Barbara Daentzer als Barbara Kranach in einem kleinen Dialog in Szene setzten.

Von den Posaunenklängen angelockt wurde auch eine kleine Wandergruppe um den ehemaligen Hamelner Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Thul. „Eigentlich wollte wir Geo-Caching machen“, verriet der Ex-Parlamentarier, „stattdessen hat uns Luther gefangen, jetzt bleiben wir hier.“

Dass Frauen beim „Luther-Puzzle“ rund um den historischen Anschlag der 95 Thesen am 31. Oktober 1517 ein besseres Händchen haben, musste auch der 45-jährige Lutz Fabrizius neidlos anerkennen. Dem Braunschweiger, ebenfalls zum Wandern in den Süntel gereist, ging hier Tischnachbarin Lydia Sander aus Brullsen äußerst geübt zur Hand. Erstmals beim Lutherfest mit dabei waren auch die Kinder zweier von Erwin Schlatterer betreuter, rumänischer Familien aus Bad Münder. Luther? Keine Ahnung. „Da werden wir noch ein bisschen Konfirmandenunterricht machen müssen“, kündigte Schlatterer lächelnd an. Doch bei den von Elke Ragge-Katz und Waltraut Papenburg organisierten Spielen kamen auch die jungen Rumänen ganz schnell in Kontakt mit dem Thema. Als Fische geformte, kleine Handtücher ließen sie im Wasser eines silbernen Taufbeckens aufquellen, um sie dann auf eine Wäscheleine zu hängen. „Das sieht doch viel schöner aus als diese grausigen Kürbisfratzen“, befand ein Lutherfreund unter Anspielung auf Halloween und erntete reichlich Zustimmung.



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