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Trockenheit macht Bäume angreifbar

Bad Münder. „Gut und gerne 200 Millimeter Niederschlag fehlen.“ Für Horst Ebeling, Revierförster in Bakede, wird die anhaltende Trockenheit langsam zum Problem für den Wald. Und auch seine Berufskollegen und Landwirte wünschen sich Regen herbei.

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Schon im Winter war Ebeling klar, dass etwas fehlen wird: Eine geschlossene Schneedecke birgt auch Vorteile. Wenn der Schnee langsam schmilzt, feuchtet das den Boden auf gut einen Meter Tiefe durch – ein guter Grundstock für das ganze Jahr. In diesem Jahr aber warteten Landwirte und Förster nicht nur vergeblich auf Schnee, auch im Frühling fiel bislang kein nennenswerter Niederschlag. „14 Tage lang immer mal wieder Landregen, kein Unwetter, aber immer feucht“, wünscht sich auch Siegfried Gonschorek von der Reihebürgerschaft. Der Regen fehle, gerade an den nach Süden gelegenen Hängen falle das besonders auf.

„Auch im Laubwald ist es sehr trocken. Die Waldbrandgefahr ist gegeben“, sagt Joachim Hansmann, Pressesprecher der Landesforsten. Der Deutsche Wetterdienst warnte gestern davor und ordnete die Warnung in einer mittleren Gefahrenstufe ein – untypisch für Anfang April, weiß Hansmann.

Forstleute befürchten auch, dass das viel zu trockene und warme Frühjahr Borkenkäfern und anderen Schädlingen in die Karten spielt. Normalerweise könnten sich Pflanzen gut gegen Schädlinge wehren – doch die Trockenheit schwächt sie und macht sie angreifbar. „Trocken und warm. Im Moment haben wir ziemliches Borkenkäferwetter“, sagt Gonschorek.

Das Niederschlagsradar haben auch die heimischen Landwirte fest im Blick. Bezirkslandwirt Wilhelm Heine warf gestern einen Blick auf seine Rübenäcker – sein Fazit trotz großer Trockenheit: „Die Rüben laufen auf.“ Heine weiß aber auch, dass die Böden im Bereich Hachmühlen und Bad Münder mit Trockenheit weniger Probleme haben als mit großer Feuchtigkeit. Ganz anders sieht die Sache schon im Bereich oberhalb von Nettelrede aus: „In den etwas höheren Lagen am Deisterhang spielt die Trockenheit jetzt schon eine große Rolle.“

Problematisch könnte es werden, wenn nicht sehr bald konstant Regen fällt. Die Mais-Aussaat ist für den Bezirkslandwirt ein gutes Beispiel. „Wenn der keinen Regen kriegt, dann wird es kritisch. Das brennt uns schon unter den Nägeln.“jhr



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