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Sozialdemokratin verteidigt ihr Direktmandat im Wahlkreis 20 gegen Uwe Schünemann (CDU)

Triumph für Sabine Tippelt

Der Kontrast könnte nicht größer sein: Hier die strahlende Siegerin Sabine Tippelt, da der sichtlich angeschlagene Kontrahent Uwe Schünemann. Auch im nächsten Anlauf ist es dem Christdemokraten aus Holzminden nicht gelungen, seiner sozialdemokratischen Konkurrentin den Wahlkreis 20 Holzminden-Bodenwerder abzunehmen – im Gegenteil. Schünemann hat nicht knapp, sondern krachend verloren.

Autor:

Matthias Aschmann, Johanna Lindermann und Frank Müntefering

Selbst in CDU-Hochburgen wie Ottenstein hatte der ehemalige Landesinnenminister das Nachsehen, in Holzminden, seiner Heimatstadt ebenso. Diese Niederlage reiht sich in eine ganze Kette von Niederlagen, die Schünemann in den letzten Jahren einstecken musste: die Landratswahl in Hameln-Pyrmont, die Wahl zum hauptamtlichen Verwaltungschef in Höxter und die letzte Wahl als Direktkandidat zur Landtagswahl 2013 in seinem Heimatwahlkreis.

Ich freue mich riesig. Und eigentlich bin ich sprachlos.

Sabine Tippelt, Wahlsiegerin der SPD

Besonders bitter für den altgedienten Politprofi, der sich zuletzt wieder im Aufwind wähnte: die Schlappe in der CDU-Hochburg Ottenstein. Dort hatte der Holzmindener immer gewonnen – jetzt zogen die Sozialdemokraten nicht nur bei den Erststimmen, sondern völlig überraschend sogar bei den Zweitstimmen an der Union vorbei. Es scheint, als wären die Wähler Uwe Schünemann überdrüssig. Anders lässt sich diese schallende Ohrfeige nicht interpretieren, zumal sich Schünemann als Landtagsabgeordneter zuletzt recht medienwirksam in Szene gesetzt hatte.

Ganz anders Sabine Tippelt: „Ich freue mich riesig. Und eigentlich bin ich sprachlos.“ Nach eigenen Angaben hatte sie auf ein für sie positives Ergebnis gehofft, aber nie damit gerechnet, dass es so deutlich ausfällt. „Das ist ein bitteres Ergebnis für mich“, kommentierte Uwe Schünemann den Wahlausgang. „Glückwunsch an Sabine Tippelt zu diesem eindrucksvollen Wahlergebnis“, sagte Schünemann. Die CDU werde dieses Ergebnis annehmen und analysieren, man werde sich aber dadurch nicht von der im Wahlkampf gezeigten Geschlossenheit abbringen lassen. Auch werde die CDU den Prozess der Verjüngung fortsetzen.

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„Das ist ein ehrliches FDP-Ergebnis, auch im Vergleich zur letzten Landtagswahl“, machte Hermann Grupe (FDP) deutlich. Er freute sich darüber, dass die FDP weiterhin die dritte Kraft im Landkreis Holzminden darstelle. Christian Meyer (Grüne) erinnert daran, dass es vor fünf Jahren andere Voraussetzungen bei der Wahl gab. Damals habe es solche Themen wie Fukushima und die Ziegenfarm in Polle gegeben. Außerdem sei man als rot-grünes Wahlbündnis im Kreis aufgetreten. „Ich gratuliere Sabine Tippelt zu diesem sehr deutlichen Ergebnis.“ Tippelt ist die klare Gewinnerin im Wahlkreis 20, der mit dem Landkreis Holzminden identisch ist. Mit 47,1 Prozent (4,5 Prozentpunkte mehr als 2013) gewann sie zum zweiten Mal nach 2013 das Direktmandat und zieht wieder in den Landtag ein. Uwe Schünemann (CDU) kam nur auf 31,7 Prozent (minus 8,9 Prozentpunkte) im Vergleich zur letzten Landtagswahl der Stimmen. Sabine Tippelt holte 16 389 Stimmen, Uwe Schünemann 11 053. Das drittbeste Ergebnis bei den Erststimmen erzielte FDP-Landtagsabgeordneter Hermann Grupe. Er kam auf 9,58 Prozent, eine Steigerung von 6,2 Prozentpunkten. Mit 7,68 Prozent der Erststimmen wartet Christian Meyer (Grüne) auf – ein Minus von 1,2 Prozentpunkten der Stimmen gegenüber 2013. Sabine Golczyk (Die Linke) kam auf 3,85 Prozent. Hermann Grupe (FDP) und Christian Meyer (Grüne) sind über die Landesliste wieder ins Parlament gewählt worden. Die Grünen stellen 13 Mandate, Meyer steht auf Platz vier der Liste. Die FDP stellt zehn Mandate, Hermann Grupe steht auf Platz neun. Zwar musste Schünemann gestern Abend noch lange zittern, aber dann war klar, dass auch er mit Listenplatz 13 in den Landtag einzieht.


In allen Städten und Samtgemeinden des Landkreises Holzminden liegt Tippelt bei den Erststimmen vorn. In ihrem Heimatort Delligsen kommt sie auf 63,73 Prozent (Uwe Schünemann 23,75 Prozent), in Holzminden auf 40,84 Prozent (Schünemann 36,6 Prozent), Bevern 47,49 Prozent (Schünemann 28,41), Boffzen 48,65 Prozent (Schünemann 31,82), Bodenwerder-Polle 47,09 Prozent (Schünemann 33,03) und in Eschershausen-Stadtoldendorf 43,79 Prozent (Schünemann (31,23 Prozent).



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