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Trinkwasser durch den Schlauch: Verbände testen den Notfall

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VON JENS RATHMANN

Der Durchschnittsbürger verbraucht etwa 100 Liter Trinkwasser täglich, davon etwa acht Liter für die Ernährung. Doch was tun, wenn das Wasser aus der heimischen Leitung nicht verwendet werden kann, weil – beispielsweise durch Unwetter oder höhere Gewalt – ein Versorgungsengpass auftritt oder das Wasser aufgrund einer Keimbelastung nicht verwendet werden darf? Auf dem Papier gibt es dann die Pflicht zur Notfallversorgung mit Trinkwasser. „Bislang ist die Versorgung mit Tankwagen vorgesehen“, sagt Peter Meyer, Vorsteher des Beschaffungsverbandes Hamelspringe-Bakede-Egestorf-Böbber. Gemeinsam mit seinem Kollegen Friedrich Lange vom benachbarten Beschaffungsverband Eimbeckhausen hat er sich mit einer gemeinsamen Anregung des Gesundheitsamtes und des Umweltamtes des Landkreises zur Modifizierung der bisherigen Notfallversorgung auseinandergesetzt.

Die Idee, die dabei entstand, war die einer Notfallleitung, die zwischen den nächstgelegenen Übergabepunkten aufgebaut werden sollte. Im Notfall könnte dann Wasser aus dem Bakeder Verband Richtung Eimbeckhausen gepumpt werden – oder umgekehrt. Der Haken bei der Sache: die Kosten. Rund 100.000 Euro würde eine fest verlegte Rohrleitung kosten, hinzu kämen hohe Kosten für die Unterhaltung. Weil die Leitung aber lediglich eine Notfallversorgung sicherstellen soll, wollen die Verbände am Sonnabend eine andere, deutlich günstigere Möglichkeit testen: eine sogenannte fliegende Leitung. Rund ein Drittel der Kosten der festen Leitung müssten für eine oberirdische Schlauchleitung aufgebracht werden, die im Bedarfsfall aufgebaut wird. Dazu müssten die Wasserverbände lediglich speziell desinfizierte, den Trinkwasseranforderungen genügende Schläuche und Kupplungen vorhalten, die dann zum Einsatz kämen.

Ob diese Versorgungsvariante überhaupt funktioniert, soll mit Unterstützung der Feuerwehr am Sonnabend zwischen 9 und 13 Uhr getestet werden. Dabei kann es an der K 72 zwischen Bakede und Beber zu Behinderungen kommen. Die mehr als einen Kilometer lange Leitung mit B-Schläuchen wird auf dem Radweg verlegt. Meyer freut sich darüber, dass sich die Feuerwehren Bakede, Beber, Egestorf, Hamelspringe und Böbber beteiligen und Stadtbrandmeister Carsten Koch das Vorhaben der Trinkwassernotversorgung als wichtiges Übungsziel eingestuft hat.



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