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Entwicklung setzte vor Jahrzehnten ein

Trauriger Schlusspunkt

Der aus Sicht der Sparkasse unvermeidliche Schritt zur Schließung kleiner unrentabler Geschäftsstellen ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar und mit Blick auf die künftige Entwicklung des größten heimischen Kreditinstitutes durchaus begrüßenswert. Zugleich ist die Entscheidung aber auch ein sicherlich ungewollter trauriger Schlusspunkt hinter einer Jahrzehnte währenden Entwicklung: dem langsamen Ausbluten des ländlichen Raumes. Zuerst erwischte es die kleinen Dorfläden, den Bäcker von nebenan und den kleinen Fleischereifachbetrieb. Dann folgten die Dorfkneipen, kleine Handwerks- und Gewerbebetriebe.

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Autor

Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite

Volkswirtschaftlich gesehen fällt diese Entwicklung nicht ins Gewicht, auf die Arbeitsmarktsituation hatte sie kaum Auswirkung, da der Wegfall von Arbeitsplätzen in den zumeist kleinen dörflichen Unternehmen durch die Verlagerung der Arbeit in größere Betriebe wettgemacht wurde. Für die Dörfer allerdings war die Entwicklung negativ. Die Orte verloren mit jeder Kneipe, jedem Geschäft und jedem Handwerksbetrieb ihre Mitte, ihre kommunikativen Treffpunkte, pathetisch gesprochen: ihre Seele.

Dieses Rad lässt sich wohl nicht mehr zurückdrehen, die Aufrechterhaltung einer wirtschaftlich unrentablen Bankfiliale, einer siechenden Dorfkneipe oder eines Lebensmittelladens ohne Umsatz wird kein verantwortungsvoller Unternehmer auf sich nehmen. Auch werden die Kundenströme sich nicht wieder umkehren lassen. Eines allerdings scheint mit Blick auf die Zukunft möglich: Zu verhindern, dass auf das Ausbluten der Dörfer das Ausbluten unserer kleinen und mittleren Städte folgt. Noch sind die Grund- und Mittelzentren leistungsfähig. Und damit das so bleibt, sollten wir als Konsumenten konsequent sein – hier kaufen, hier die Bankgeschäfte abwickeln und die Aufträge im Handwerk vergeben. Damit wir nicht eines Tages völlig von den Amazons, den Ingdibadubadus und Googles dieser Welt abhängig sind.

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