×
Vor Gericht: Vier und viereinhalb Jahre Haft für bewaffnete Raubüberfälle auf zwei E-Center

Traum vom schnellen Geld wird zum Albtraum

Bückeburg (ly). Wie eine Seifenblase ist der Traum von schnellen Geld zerplatzt. Mehr noch: Ein Albtraum ist daraus geworden. Die Räuber, die im Dezember das E-Center an der Wilhelm-Raabe-Straße ü berfallen haben, "müssen nun für sich und ihre Familien den wirtschaftlichen Ruin befürchten", so Richterin Dr. Birgit Brüninghaus. Zudem werden die Männer (27 und 51) lange von ihren Lieben getrennt sein.

Gestern hat die 1. Große Strafkammer am Landgericht ihre Urteile verkündet: Viereinhalb Jahre Haft für den älteren Angeklagten, vier Jahre für den zweiten. Der Schuldspruch lautet auf schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit unerlaubtem Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe. Im Prozess ging es um zwei Fälle: Vor dem Bückeburger Überfall hatten die Männer Anfang August 2007 ein E-Center in Bad Pyrmont ausgeraubt. Eiskalte Verbrecher ohne Reue sind die früheren Arbeitskollegen, die in Geldnöte geraten waren, wohl nicht. Ihren Opfern haben sie jedoch Angst und Schrecken eingejagt. "Hätten allein unsere Herzen sprechen dürfen, hätten wir gerne über Bewährungsstrafen nachgedacht", erklärte Dr. Brüninghaus. "Aber die Gesetzeslage ließ hierfür keinerlei Raum." Mit ihrer Entscheidung blieb die Kammer am unteren Strafrahmen. Für die Angeklagten aus Extertal und Bad Pyrmont sprach vor allem deren Verhalten nach den Taten. So hatten sie die Schäden vollständig beglichen und Geständnisse abgelegt. Minder schwere Fälle mochte das Gericht aber nicht sehen, denn vieles sprach gegen die mit einer ungeladenen Pistole vom Typ Luger M 90 bewaffneten Räuber. "Sorgfältige Planung, hohe Beute, große kriminelle Energie, zwei Taten in kurzer zeitlicher Folge und damit von Habgier geprägt." Nach demÜberfall in Bad Pyrmont (Beute: fast 35 000 Euro), wo sich derältere Räuber nach Geschäftsschluss hatte einschließen lassen, war das gesamte Geld binnen einiger Wochen für unbezahlte Rechnungen sowie den Lebensunterhalt der Familien draufgegangen. Bald war eine zweite Tat beschlossene Sache, und diesmal sollte es das Bückeburger E-Center treffen. Um 19.55 Uhr betrat der jüngere Mann drei Tage vor Heiligabend das Kassenbüro, vorm Gesicht eine Skimaske. Eine Angestellte gaukelte vor, nicht im Besitz des Tresorschlüssels zu sein, worauf der Marktleiter ausgerufen wurde, welcher sich den Schlüssel von der Mitarbeiterin geben ließ. Mit einem Wagen verließen die Männer den Tatort, bevor sie die Flucht getrennt fortsetzen. Ohne Beute und Luger-Pistole, jedoch mit scharfen Patronen und einem Schreckschuss-Revolver wurde der 51-Jährige in Krankenhagen von der Polizei gefasst, am nächsten Tag aber freigelassen. Drei Wochen später rückten Beamte zu Hausdurchsuchungen an und fanden bei dem 27-Jährigen die Beute: mehr als 28 000 Euro.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt