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Suthfelder Teich: Techniker Trogisch und Runkel entwickeln Sonar zur Ortung von Schrott

Traum vom Naturbad kann noch wahr werden

Suthfeld (ea). Mit etwas Glück könnte es doch noch etwas werden mit den ungetrübten Badefreuden in der Samtgemeinde Nenndorf. Der Suthfelder Fernsehtechniker Detmar Trogisch hat gemeinsam mit dem Wissenschaftler Joachim Runkel ein sonargestütztes Modul entwickelt, mit dem Schrott im Dorfteich gezielt vom Ufer aus geortetwerden kann. Bislang scheiterte diese Untersuchung an den Kosten hierfür - und damit auch die offizielle Badeerlaubnis. Hintergrund: Vor rund zwei Jahren ist in dem Teich eine Weltkriegsgranate entdeckt worden.

Detmar Trogisch mit seiner Entwicklung. Ein sonargestütztes Modu

"Wir haben keinerlei Anhaltspunkte, dass weitere Munition in dem Teich verborgen ist", sagt Trogisch und richtet das Sonar-Modul auf den vorderen Bereich des Sees. "Dafür aber eine kleine Überraschung für uns alle." Auf dem rauschigen Bild auf dem Monitor zeichnet sich schemenhaft die charakteristische Seitenlinie eines VW Käfer ab. "Den haben wir schnell gefunden", sagt der Tüftler. "Der Wagen muss Ende der siebziger Jahre dort versenkt worden sein." Zwei Taucher, Freunde seines Sohnes Carsten, haben das Wrack bereits fotografiert und darüber hinaus vier teilweise gut erhaltene Fahrräder geborgen. Diese seien inzwischen an die Polizei in Bad Nenndorf übergeben worden. Das kleine schwarze Stück Kunststoff, das der Techniker Detmar Trogisch in der Hand hält, hat es in sich: Ein Modul, angeschlossen an einen Laptop und einen Ultraschallgenerator, sendet in kurzen Abständen Schallwellen aus. Diese werden von Objekten unter der Wasseroberfläche reflektiert. Sensoren an dem Apparat empfangen diese Wellen, die Software "Hydrovision", entwickelt von Joachim Runkel, wandelt diese Signale in ein Schwarzweißbild um. Das Prinzip ist nicht neu -in der Schifffahrt wird diese Methode zur Darstellung von Grundprofilen genutzt. Nun ist es an der Zeit, den Suthfelder Dorfteich zu räumen. Bürgermeister Horst Schlüter und Trogisch setzen dabei auf das Engagement der Dorfbewohner, um Geld zu sparen. Die Feuerwehr und Landwirte könnten beispielsweise mit schwerem Gerät und Seilwinden dabei helfen, das Käfer-Wrack zu heben. Am heutigen Dienstag ist deshalb zwischen 17 und 17.30 Uhr ein Treffen am Dorfteich geplant, bei dem sich Helfer in eine Liste eintragen können. Als Dankeschön gibt es für die Freiwilligen "Nenndorfer Schlammtröpfchen" - solange der Vorrat reicht. Die eigentlichen Arbeiten sollen im Mai beginnen. Der Traum vom Naturbad rückt mit diesen Aussichten immer näher. Bislang war das Schwimmen dort unter anderem wegen der gefährlichen Gegenstände im Wasser aus Versicherungsgründen offiziell untersagt. Zum Sommer könnte dieses Verbot jedoch gekippt werden - wenn sich genügend Freiwillige als Badeaufsicht finden. Sollte das Vorhaben gelingen, haben die Suthfelder zudem Aussicht auf eine Sachspende: Die Volksbank in Schaumburg, die vor kurzem das marode Bad Nenndorfer Freibad samt Tennisplätzen gekauft hatte, hat sich im Vorfeld bereit erklärt, den Drei-Meter-Sprungturm zu spenden -inklusive Demontage, Transport und Aufstellen.



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