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Thomas Hoch typisierte für Australier

"Transplantierte Zellen arbeiten wie gewünscht"

Bückeburg (bus). "Es gibt aktuell nur Gutes zu berichten, denn die transplantierten Zellen arbeiten wie gewünscht, und so geht es dem Empfänger weiterhin gut", heißt es in dem Brief aus Tübingen. Der Empfänger habe auch keine Probleme mit Abstoßungsreaktionen oder Infektionen, erfährt der Adressat. Der wohnt in Bückeburg und freut sich über den positiven Ausgang einer langen Geschichte. Thomas Hoch kann den kompletten Weg von der Typisierung über die Knochenmarkspende bis zur Erf olgsnachricht erzählen.

Thomas Hoch kennt die ganze Geschichte eines Knochenmarkspenders

Die Ursprünge der von der DKMS-Zentrale (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) am 9. April dieses Monats abgefassten frohen Botschaft reichen ein Dutzend Jahre zurück. 1996 bildete die Leukämie-Erkrankung einer Arbeitskollegin den Anlass für Hoch, an einer Typisierungsaktion teilzunehmen. Zehn Jahre darauf,in der Weihnachtszeit 2006, teilte die DKMS dem Bückeburger mit, dass er als Stammzellenspender in die engere Wahl genommen worden sei. "Das kommt äußert selten vor", erläutert Hoch, mehr als 2000 unterschiedliche Merkmale müssten zueinander passen, um eine Erfolg versprechende Transplantationin Angriff nehmen zu können. Nach intensiven Untersuchungen erfolgte im April 2007 im Kreiskrankenhaus Hameln die Entnahme. Der Zustand des Empfängers bedingte eine unter Vollnarkose ausgeführte Knochenmarkspende, in weit mehr als 80 Prozent der Fälle reicht eine weniger Aufwand erfordernde Filterung des Blutes nach Stammzellen aus. "Das funktionierte alles völlig easy", fasst Hoch seine Erfahrungen zusammen. Alles sei "super organisiert", vom persönlichen Ansprechpartner bei der DKMS über den Aufenthalt im Krankenhaus bis zur Regelung von Verdienstausfall und Versicherungsangelegenheiten. "Größere Schmerzen habe ich nicht empfunden", erklärt der 47-Jährige. Bereits wenige Stunden nach dem 40-minütigen Eingriff stand Spazierengehen auf dem Programm. Zurückgeblieben sind zwei kaum sichtbare Einstichpunkte im Lendenbereich. Und die Erkenntnis vom weltumspannenden Wirkkreis der Spenderdatei. Im Hamelner Spital standen bereits während der Entnahme ein Kurier und eine Sicherheitskraft vom Flughafen Hannover parat, um das kostbare Gut auf den Weg zu bringen - Richtung Australien. "Dass ich einmal einen ,Blutsbruder' auf dem 5. Kontinent bekommen würde, hätte ich mir nicht träumen lassen", beschreibt Hoch seine Überraschung. Generell erhalten Spender vor dem Eingriff keinerlei Informationen über die Identität des Empfängers. Im weiteren Verlauf kann die Anonymität nur mit doppeltem gegenseitigem Einverständnis aufgehoben werden. Hoch hat dem bislang unbekannten Australierüber die DKMS-Zentrale seine Freude über den glücklichen Ausgang mitgeteilt. "Darüber hinaus habe ich ihm versichert, für eventuell notwendige weitere Spenden selbstverständlich zur Verfügung zu stehen", erklärt der Bückeburger, dessen Spender-Geschichte ohne ein weiteres Detail unvollständig wäre: Die Arbeitskollegin, die vor zwölf Jahren den Anstoß zur Typisierung gab, hat ihre Krankheit nicht überlebt.



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