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Beim Berufschancen-Abend zählen Hartnäckigkeit und Details

Trainieren für den "Ernstfall"

Stadthagen (jcp). Zum fünften Mal hatten die Schüler der Haupt- und Realschule Am Schlosspark die Gelegenheit, sich beim Berufschancen-Abend mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Vertreter von 29 Betrieben aus dem ganzen Schaumburger Land standen für Fragen zur Verfügung.

"Nutzen Sie diese großartige Gelegenheit", appellierte Schulleiterin Rotraud Becker an die Schüler in der Aula, wo diese so zahlreich erschienen waren, dass auch Treppenstufen als Sitzgelegenheiten genutzt wurden. Besonders hob Becker das Engagement der Lehrerin Anja Wischhöfer bei der Organisation des Berufschancen-Abends hervor. "Sie dürfen nicht erwarten, dass die Betriebe sich bei ihnen melden", erklärte Kreislehrlingswart Walter Hardekopf den Schülern anschließend. Und Sprecher wie die ehemalige, mittlerweile bei einer Arztpraxis in Haste beschäftigte Schülerin Elsira Mustafa bestätigte: "Hartnäckigkeit ist wichtig, auch wenn erstmal 50 Bewerbungen mit einer Absage zurückkommen." In den anschließenden Gesprächen mit den Unternehmensvertretern konnten die Schüler zum Beispiel bei "Apotheke-am-Markt"-Inhaber Henning Pusch das Vorstellungsgespräch trainieren. Dabei lernte die Neuntklässlerin Anna Hue, auf welche Fragen sie auf jeden Fall gefasst sein sollte. "Als er wissen wollte, warum ich mich ausgerechnet bei der Apotheke am Markt bewerbe, wusste ich nicht so recht, was ich sagen sollte", meinte Anna anschließend. "Außerdem müssen sie dem Personalverantwortlichen zeigen, dass sie sich mit den Inhalten der Ausbildung beschäftigt haben", erklärte Pusch. Anna erwähnte im Gespräch, dass sie nach ihrer Ausbildung zur Pharmazeutisch-technische Assistenten später einmal ihre eigene Apotheke haben möchte. "Das geht nicht", gab Pusch zu bedenken. "Sie müssten nach der Ausbildung das Abitur nachmachen und dann Pharmazie studieren, wenn Sie etwas Eigenes eröffnen wollen." Dies sei zwar ein gängiger Karriereweg. "Den müssen Sie aber auch kennen", sagte Pusch. Höchste Aufmerksamkeit sollten die Schüler dem Apotheker zufolge der Bewerbungsmappe schenken, dem ersten Kontakt zum Unternehmen. Hier konnte Anna einen dicken Pluspunkt einstreichen, hatte sie doch in ihrem Anschreiben erwähnt, dass sie sich bereits als Kind für alles rund um die Apotheke interessiert habe. "Ein solches Detail kann die eine Mappe aus den fünfzig anderen hervorheben, die in so einer Personalabteilung auf dem Schreibtisch liegen", wertete Pusch. So wie Anna ging es nach der ausführlichen Beratung vielen Schülern an diesem Abend: "Teilweise habe ich mich schon ein bisschen überrollt gefühlt", gab die Neuntklässlerin zu. "Aber dafür weiß ich jetzt für den Ernstfall, was auf mich zukommt."




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