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"Arbeit und Leben" kritisiert problematischen Wettbewerb durch Niedriglöhne für Lehrkräfte

"Träger nicht in Dumpingwettlauf drängen"

Landkreis (sk). Die Bildungsvereinigung "Arbeit und Leben" - vor 50 Jahren gegründet vom DGB und den Volkshochschulen - sieht sich bei der Vergabe von Bildungsmaßnahmen durch die Agentur für Arbeit seit einigen Jahren in eine problematische Konkurrenz gedrängt.

Es werde oftmals nicht nach Qualität sondern nur nach einem niedrigen Anbieterpreis geguckt, so Dietmar Steege, Leiter der "Arbeit und Leben"-Geschäftsstellen Stadthagen und Rinteln, gestern im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD). Die Einrichtung "Arbeit und Leben" an der Fröbelstraße in Stadthagen bildet in verschiedenen Bildungsmaßnahmen derzeit 180 Leute zwischen 17 und 55 Jahren aus, die Probleme haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Kosten für die Weiterbildung übernimmt zum Großteil die Agentur für Arbeit. Diese entscheidet darum auch, welcher Bildungsträger mit welchem Kurs beauftragt wird. Dabei schaue das "Regionale Einkaufszentrum" der Agentur für Arbeit in Hannover oft nur auf den niedrigen Preis eines Anbieters, nicht auf die Qualität und den Erfolg einer Maßnahme. Deren Angebotspreis werde vor allem durch die Personalkosten diktiert.Manche privaten Bildungsanbieter, kritisierte Steege, zahlten ihren Lehrkräften nur rund 1600 Euro brutto. Das entspreche einem Stundenlohn von noch nicht einmal 10 Euro. "Als renommierter Träger kommt man da nicht mit", so Steege. Zum Vergleich: In der Bundestagsdiskussion sei ein gesetzlicher Mindestlohn von 2050 Euro. Niedriglohn habe eine große Fluktuation unter den Lehrkräften zur Folge und schlage sich auf die Qualität der Ausbildung durch. Dies wirke sich wiederum negativ auf die Vermittelbarkeit der Teilnehmer in den Arbeitsmarkt aus. Was also nutze ein günstiges Angebot, "wenn unterm Strich nichts dabei rauskommt", kritisierte Steege. Insofern sei die Akzeptanz von Billigangeboten "volkswirtschaftlich zu kurz gedacht",pflichtete Edathy bei und meinte, man solle "seriöse Träger nicht in einen Dumpingwettlauf drängen." Wichtig findet es Steege, dass die Entscheider in Hannover sich von Arbeitsagenturen vor Ort, denen die Arbeit der einzelnen Bildungsträger bekannt sei, beraten lassen. Dies hat augenscheinlich in einem aktuellen Fall zum Erfolg geführt. Obwohl man bei einem Angebot im Sommer 2008 preislich deutlich über dem niedersächsischen Referenzwert gelegen habe, habe "Arbeit und Leben" den Zuschlag für ausbildungsbegleitende Hilfen erhalten. Auch weiterhin "sind wir bereit, uns jeder Konkurrenz zu stellen", so Steege. Allerdings müssten bundesweit vergleichbare Grundvoraussetzungen - siehe Mindestlohn - gelten.




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