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Träger gesucht: Integrationsgarten in Bad Münder liegt brach

BAD MÜNDER. Mit vielen Ideen gestartet, dann aber unsanft gelandet – so ließe sich die Geschichte des interkulturellen Gartens beschreiben. Zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Es fehlt: Ein Träger für das Flüchtlingsprojekt, das Gartengrundstück liegt derzeit brach.

Mehr als genug Platz – aber der interkulturelle Garten liegt derzeit brach. Initiatorin Andrea Schäfer sucht einen Trägerverein. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Dabei startete die Idee zunächst verheißungsvoll: Im Februar war die Gruppe um Initiatorin Andrea Schäfer auf die Suche nach einer geeigneten Fläche gegangen, wenige Wochen später hatten sie Erfolg. Sie konnten sogar auswählen, welches Gartengrundstück sie beackern könnten – am Ende wurde es eine Fläche am Glockensiek.

„Wir haben hier viel gemacht im Frühjahr“, erinnert sich Schäfer an den Auftakt. Es wurden Bäume geschnitten, baufällige Hütten weggerissen, Schutt abtransportiert – viele Hände packten mit an, darunter viele Flüchtlinge, die Schubkarre an Schubkarre voll Unkraut und Schutt aus dem Garten beförderten. Als Träger hatten sie – so glaubte Schäfer – damals das diakonische Werk in Hameln im Rücken. Doch als ein Lagerfeuer höhere Flammen schlägt als gedacht und ein Nachbar die Feuerwehr ruft, löst sich die mündliche Zusage in Luft auf – sie galt offenbar nur für ein anderes, kirchliches Gartengrundstück, was auch einmal im Gespräch war.

Seither sind Schäfer und ihre Mitstreiter auf der Suche nach einem Verein oder Träger, der als Dachorganisation fungiert. „Finanziell wären wir unabhängig“, erklärt Schäfer, Pacht müssten sie keine zahlen. „Aber wir brauchen eine Absicherung für diejenigen, die in dem Garten arbeiten.“ Und das sei schwierig nach dem Vorfall. Angefragt haben sie bereits bei münderschen Vereinen, darunter die Tafel, die Kirchengemeinden und den Nabu – Zusagen gab es keine.

„Die Anbauzeit ist inzwischen leider schon vorbei“, sagt Schäfer. Für Tomaten, Paprika und anderes Gemüse ist es schon zu spät. Heißt im Umkehrschluss: In diesem Jahr ist nicht mehr viel zu machen, erst im Herbst könne man den Baumbeschnitt fortsetzen. „Inzwischen sind einige Stellen aber schon verkrautet“, sagt Schäfer über das 2500 Quadratmeter große Gartengrundstück, das bis an das Flussbett der Beeke heranreicht.

Die Idee hinter dem Projekt: Gartenarbeit als Integrationsprojekt. Flüchtlinge hätten sich ihre Parzellen innerhalb des Gartens selber einrichten und bebauen können – begleitet von Münderanern, die helfen, unterstützen und über die gemeinsame Arbeit im Grünen ins Gespräch kommen. Der Garten als Treffpunkt, das schwebte Schäfer, die auch als Integrationslotsin aktiv ist und Migranten Sprachkurse gibt. „Komplett begraben ist der interkulturelle Garten aber noch nicht.“ In den kommenden Wochen will sie mit ihren Mitstreiterinnen beraten, wie es weitergehen soll.



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