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Tourismus-Projekt „Tal der Süntelbuchen“ vor dem Aus?

BAD MÜNDER. Das Projekt „Tal der Süntelbuchen“ ist gestorben. Still und leise beerdigt worden, ohne die Initiatoren davon in Kenntnis zu setzen – so stellt sich die Situation zumindest für Hans-Joachim Rothe vom Freundeskreis Süntelbuchen im Heimatbund Niedersachsen dar, der vor fünf Jahren die Idee dazu hatte.

Einzigartig, bizarr, verwunschen – und bald wieder unter frischem Grün verborgen: die markanten Äste der großen Süntelbuche am Steinhof. Fotos: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Rothe hatte im Jahr 2012 die Idee zu dem Projekt, das die Gemeinden Rodenberg und Bad Nenndorf mit Bad Münder verbinden sollte – über das, was in den Augen vieler Naturfreunde ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist, touristisch bislang aber kaum eine Rolle spielt: markante Bäume der Gattung „Fargus sylvatica var. suentelensis“, bekannt als Süntelbuchen. Ein Weg sollte dabei von der für viele „schönsten Süntelbuche der Welt“ am Steinhof in Bad Münder über den größten Baum im Volkspark Lauenau bis hin zur Süntelbuchen-Allee in Bad Nenndorf führen und auch andere bemerkenswerte Exemplare in Ortsteilen einbeziehen. Was Rothe und seine Mitstreiter vom Heimatbund Niedersachsen in den vergangenen Jahren immer wieder hörten, war breite Zustimmung zu dem Vorhaben, das sich so hervorragend eigne, über Stadt- und sogar Landkreisgrenzen hinaus gemeinsam zu agieren. Über eine Förderung über Leader-Mittel wurde gesprochen, weil „das Tal der Süntelbuchen“ dazu beitragen könne, den ländlichen Raum, den Tourismus und damit die Wirtschaftskraft in der Region zu stärken. „Ich habe Konzepte entwickelt, bin eingeladen worden, den Ortsbürgermeistern das Projekt vorzustellen, habe positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Rothe. Unterstützung seitens der Politik schien ihm und den anderen Süntelbuchen-Freunden im Heimatbund lange Zeit sicher. „Wir planen ein gemeinsames Projekt mit den Gemeinden Rodenberg und Bad Nenndorf“, kündigte Bürgermeister Hartmut Büttner noch im Juli 2015 an. Fachleute wie Prof. Michael Rode vom Institut für Umweltplanung der Universität Hannover oder Prof. Norbert Rob Schittek, der auch das „Blaue Band“ in Hannover initiierte, unterstützten die Idee. Als die Planungen für die neue Förderperiode Fahrt aufnahmen, sei Rothe anfangs noch zu den Treffen im Leader-Prozess geladen worden, doch nach und nach sei es dann immer stiller geworden, ohne dass ihm gegenüber dazu Stellung genommen wurde. „Ich finde das schade, aber ich kann damit leben. Ich habe schließlich nur ein Angebot unterbreitet. Aber so, wie es gelaufen ist, fühle ich mich schon ein wenig betrogen, man hätte ehrlich mit mir umgehen und offen mit mir reden können – aber man hat mich regelrecht ablaufen lassen. Das Signal ist deutlich“, sagt Rothe.

Einzig der stellvertretende mündersche Ortsbürgermeister Udo Zelck habe sich, nachdem beim Heimatbund über das Aus für das Projekt gesprochen wurde, bei Rothe nach dem Stand erkundigt. Und Zelck ist es auch, der den nächsten Schritt anschieben will. „Ich habe einen Antrag gestellt. Ich möchte, dass sich der Ortsrat mit dem Thema befasst“, erklärte er gestern gegenüber der NDZ. Die Idee eines „Tal der Süntelbuchen“ sei viel zu gut, das Konzept viel zu verlockend, um es nicht zumindest zu versuchen.