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Marcel Netsch wird Montag vom Bundeswirtschaftsminister geehrt / Ardagh sucht Auszubildende

Top-Azubis – und doch kaum Bewerber

Bad Münder (jhr). Heute ein Pressegespräch bei der IHK Hannover, Montag ein Händedruck von Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in Berlin – Marcel Netsch ist derzeit ein gefragter Mann. Der 24-Jährige gehört zu Deutschlands Top-Azubis, wird bei der Nationalen Bestenehrung ausgezeichnet. Fast paradox jedoch: Während die Ardagh-Group in Bad Münder auf der einen Seite den besten Auszubildenden der Branche stellt, hat sie auf der anderen Seite Probleme, überhaupt Bewerber für ihre Ausbildungsplätze im Bereich Verfahrensmechaniker Glastechnik zu finden.

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„Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger“, sagt Andreas Kehne, Werksleiter in Bad Münder. Dabei habe die Glashütte an der Süntelstraße keine überzogenen Ansprüche an die Bewerber: Es seien nicht in erster Linie die Schulnoten, auf die es bei der Auswahl von Auszubildenden ankomme – im Mittelpunk stünden vielmehr „Soft Skills“ wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Einsatzbereitschaft, soziale Kompetenzen. „Unterm Strich geht es um die Frage ,Wer passt zu uns‘“, sagt auch Ausbildungsleiter Detlev Hahn.

Für ihn wie für Werksleiter Kehne ist die Ausbildung zum „Verfahrensmechaniker Glastechnik“ eine attraktive Ausbildung. Bewerber müssten sich allerdings bewusst sein, dass der Beruf auch Aspekte wie Schichtarbeit und körperlich belastende Momente wie die Arbeit bei hohen Temperaturen und Lärm mit sich bringe.

Vermutungen, warum die Zahl der Bewerber so stark rückläufig ist, haben sowohl Kehne als auch Hahn. Eine davon: Der schmerzhafte Einschnitt im Werk 2009 werde in Bad Münder oftmals mit der Unsicherheit von Arbeitsplätzen in Verbindung gebracht. „Wir denken nach vorne, nicht zurück“, erklärt der Werksleiter dazu. Die Glas-Fachleute seien gefragt, zumal in einigen Betrieben überhaupt nicht ausgebildet werde. Kehne: „Eine breite Autobahn voller Möglichkeiten, aber man muss flexibel sein.“

Bei Netsch passte alles zusammen: Er absolvierte seine Ausbildung mit Bestnoten, engagierte sich als Sprecher der Azubis - und ist froh, dass er das Angebot zur Übernahme erhielt: „Es ist ein vielseitiger Beruf, der Spaß macht.“ Im Unternehmen ist man stolz auf den 24-Jährigen - und das nicht nur, weil es an seiner Seite am Montag ins Maritim-Hotel Berlin zu der von Barbara Schöneberger moderierten Ehrung geht.



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