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Tjark Bartels gewinnt Landratswahl

Bad Münder/Hameln. Als ob sie es geahnt hätten – schon beim Schließen der Wahllokale um 18 Uhr herrschte gedrückte Stimmung in der CDU-Kreisgeschäftsstelle. Währenddessen ging es im zum Bersten vollen Rosa-Helfers-Haus bei der SPD ausgelassen zu. Bereits um 18.30 Uhr wurde Tjark Bartels dort frenetisch als Sieger gefeiert: „Unser neuer Landrat!“ Eine halbe Stunde später stand es dann auch offiziell fest: Uwe Schünemann hat die Stichwahl gegen seinen SPD-Kontrahenten deutlich verloren.

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Als um 18.43 Uhr die Wahlergebnisse aus Bad Münder auf dem Bildschirm in der SPD-Zentrale zu sehen waren, war der Jubel groß. Sogar in CDU-Hochburgen wie Beber und Rohrsen hatte Bartels die Nase vorn. Alles in allem konnte sich Schünemann aber in der Kurstadt ganz passabel schlagen: Hier schnitt der frühere Innenminister ein Prozentpunkt besser ab als beim Kreisergebnis.

SPD-Unterbezirkschefin Gabriele Lösekrug-Möller strahlte: „Die Fairness hat gewonnen.“ Mit einem derart hohen Ergebnis für Bartels habe sie nicht gerechnet, gab sie zu. Bei ihr und dem Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann bedankte sich der frischgebackene Landrat anschließend besonders: „Wir haben eine starke Bande auf Landes- und Bundesebene.“ Aber auch an alle anderen Unterstützer richtete der 44-Jährige, der freudestrahlend unzählige Glückwünsche entgegennehmen durfte, seinen Dank: „Wir sind gerudert, bis wir Schwielen an den Händen hatten.“ Dass Schünemann mit Blick auf die Unterstützung durch Grüne, Linke und Piraten vor einem rot-rot-grünen Bündnis gewarnt hatte, verurteilte der Wahlgewinner noch einmal mit scharfen Worten: „Ich bin froh, dass die andere Seite mit ihrer Dreckkampagne keinen Erfolg hatte.“

Bei einem kurzen Zusammentreffen der beiden Kontrahenten gratulierte Schünemann Bartels zu dessen Sieg – was ihn sichtlich Kraft kostete. „Es war nicht überraschend, aber trotzdem schmerzt die Niederlage sehr“, gab Schünemann im Gespräch mit der NDZ unumwunden zu. Die Stimmung gegen ihn, das Titulieren als „Abschiebeminister“ – das sei sehr schwierig gewesen. „Das Bündnis gegen mich hat offensichtlich gewirkt, und ich habe die Stimmung nicht mehr drehen können“, bedauerte der 49-Jährige. Dennoch bereue er seine Kandidatur nicht. Was die Zukunft bringe, wisse er nicht, das Einzige, was derzeit geplant sei: ein Urlaub mit der Familie.

In den Ferien ist bereits die Familie von Tjark Bartels. Via Internet verfolgten seine Frau und die Kinder den Wahlausgang von den Kanarischen Inseln aus.

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