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Tipp: Mach dich  größer bei Bedrohung!

Es gibt Meeresfische, die sich bei Gefahr aufblasen; Höhleneulen, die das Geräusch einer Klapperschlange imitieren; Schmetterlinge, die riesige Augen auf den Flügeln vortäuschen. Was diese Signalfälschung soll? Angreifer abschrecken. Denn die wägen ihr Risiko ab, ehe sie zuschlagen.

Ob Sie nachts in der U-Bahn belästigt oder im Meeting angebrüllt werden, hängt auch von Ihren nonverbalen Signalen ab. Wer wie ein Schaf wirkt, zieht Wölfe an. Viele Manager signalisieren das Gegenteil. Zum Beispiel streuen sie ihre Unterlagen bei Sitzungen weitflächig über den Tisch, holen bei ihrer Körpersprache aus wie Dirigenten und verschränken die Arme hinterm Kopf zur Kobrageste – eine Körpersprache der Macht, die mögliche Angreifer in ihre Schranken weist.

Wenn Sie nachts in der U-Bahn Gefahr wittern, etwa weil ein auf Sie unsympathisch wirkender Typ sie fixiert, sollten Sie ähnlich agieren: sich eben nicht in die Ecke des Sitzes verkrümeln, die Arme dicht am Körper, die Tasche auf dem Schoß, den Blick abgewandt – solches Fluchtverhalten provoziert Angriffe. Besser: Beanspruchen Sie viel Raum, legen Sie die Tasche und den Arm auf dem Nebensitz ab, fahren Sie die Beine aus – und nehmen Sie den Blickkontakt auf. Eine solche Körpersprache wirkt wehrhaft und selbstbewusst. Angreifer sind Feiglinge, sie ziehen leichtere Opfer vor. Probieren Sie außerdem, aufrecht zu sitzen, ziehen Sie die Schulterblätter nach hinten und recken Sie den Kopf nach oben. Bevorzugen Sie auf der Straße einen zielgerichteten Schritt, schnell genug, um nicht unentschlossen zu wirken, aber langsam genug, um nicht wie auf der Flucht auszusehen. Sprechen Sie im Zweifel Verdächtige mit lauter und eher tiefer Stimme an, etwa indem Sie kurz grüßen. Seien Sie geräuschvoll. Schauen Sie hin (ohne zu starren). Machen Sie Ihren Körper größer.

Es ist wie im Tierreich: Man muss nicht über Bärenkräfte verfügen – man muss sie nur signalisieren. Dann ziehen sich die meisten Angreifer zurück.

Martin Wehrle ist Karrierecoach und Bestsellerautor, sein aktuelles Buch: „Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch – Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt“




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