weather-image
26°
Milchkontrollverein Weserbergland hat nur noch 45 Mitgliedsbetriebe

Tierwohl mit Shredlage

BODENWERDER. Sie haben meist weibliche Vornamen oder einfach nur eine Nummer. Sie liefern bis zu 16 500 Liter Milch im Jahr und kommen auf eine Lebensleistung von über 120 000 Liter Milch, wie die 15-jährige Ulme 55 aus dem Betrieb von Falk Bormann-Gersterling in Kemnade. Und alle Milchkühe werden seit 70 Jahren vom Milchkontrollverein überwacht.

Die Shredlage aus Mais können die Milchkühe gut verdauen. BOR
Avatar2

Autor

Julia Alin Reporter

Der Bereich des Milchkontrollvereins Weserbergland erstreckt sich von Sievershausen im Solling bis Möllenbeck bei Rinteln und von Salzhemmendorf bis zur Ottensteiner Hochebene. Insgesamt 13 Milchkontrollvereine haben sich im Milchwirtschaftlichen Kontrollverband Mittelweser e.V. zusammengeschlossen. Die Milchkontrolleure entnehmen von den Mitgliedsbetrieben elfmal im Jahr von jeder Kuh Milchproben. Diese werden zur Untersuchung ins Labor geschickt. Die milchproduzierenden Betriebe haben dadurch Gewissheit, dass ihre Tiere gesund sind und wie viel Milch mit welchem Fett- und Eiweißgehalt sie durchschnittlich geben. Nach den Ergebnissen der jeweiligen Kontrolle könnte im Milchbetrieb zum Beispiel die Futtergabe geändert werden.

Nur noch 45 Betriebe mit 3098 Kühen gibt es im Gebiet des Milchkontrollvereins Weserbergland. 2013 waren es noch knapp 60, weiß Friedhelm Härtel, seit drei Jahren Geschäftsführer des Milchwirtschaftlichen Kontrollverbandes Mittelweser. Der größte Stall im Kontrollgebiet hat 311 Tiere und befindet sich in Ottenstein.

Im Kontrollbereich konnten die Milchbetriebe Maschke aus Königsförde, Niehoff aus Möllenbeck, Tölke aus Rühle, Specht aus Heinade, Borchers aus Bodenwerder, Schomburg aus Ottenstein und Schrader aus Braak im Herdendurchschnitt die „10 000-Kilogramm-Marke“ bei den Jahresmilchleistungen ihrer Kühe überschreiten.

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Karl-Heinz Zurmühlen, freute sich, den Vertreter der „frischli“-Milchwerke, Dr. Jörn-Uwe Starcke, begrüßen zu können (in den frischli-Molkereien werden jährlich 750 Millionen Liter Milch bundesweit verarbeitet. Etwa 15 Millionen Liter davon kommen aus dem Bereich des Milchkontrollvereins Weserbergland).

Einstimmig bestätigten die rund 30 anwesenden Mitglieder Jörg Schmitmeier und Hartwig Schomburg in ihren Vorstandsämtern. Als neuer Kassenprüfer fungiert nun Karl Schomburg. Die Kassenprüfung hatte eine positive Haushaltsentwicklung zu verzeichnen. Und da dem Kassierer eine einwandfreie Kassenführung bestätigt werden konnte, wurde dem Vorstand einhellig Entlastung erteilt.

Als Referent hatte der Verein Ulrich Westrup aus Bissendorf zum Thema „Gentechnikfreie Milch produzieren und der Einsatz von Shredlage in der Milchviehfütterung aus Sicht eines Praktikers“ eingeladen. Bei der GVO-freien Fütterung (Genetisch Veränderter Organismus) wird in der Regel auf den Einsatz von Sojaschrot zugunsten von Rapsschrot verzichtet.

Die in den USA entwickelte Technik der Shredlage ermöglicht es den Landwirten, Mais in Schnittlängen von 22-30 mm zu verarbeiten und die Maisstängel vollständig aufzubrechen. In seinem Betrieb konnte Ulrich Westrop feststellen, dass durch den Einsatz von so zerkleinertem Mais, seine Kühe weniger Verdauungsstörungen haben.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare