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Tempo-Messungen bei der Grundschule in Bad Münder

BAD MÜNDER. Ein lachendes Gesicht als Lob, ein trauriges als Warnung: Wer mit dem Auto auf der Wallstraße in Richtung Süntelstraße unterwegs ist, bekommt einen der Smileys angezeigt – von einem Geschwindigkeits-Messgerät der Firma Avacon. Jedes Fahrzeug, was an der Grundschule vorbeifährt, wird registriert.

Planungen für mehr Sicherheit: Polizist Ulrich Mathies (von links), Elisabeth Borcherding und Carsten Reiss von der Stadt sowie Frank Glaubitz von Avacon und Grundschulleiter Christoph Schieb beraten, was nach der Geschwindigkeitsmessung folgen soll.
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Gemessen wird die Geschwindigkeit zusammen mit der Uhrzeit.

Auf der Strecke gilt Tempo 30. Wie viele sich an die Begrenzung halten, weiß aber weder die Stadtverwaltung noch die Schulleitung. „Die Zahlen vom Landkreis dürfen wir nicht rausgeben“, erklärte Ulrich Mathies von der Polizei bei dem Treffen vor Ort. Mitarbeiter des Landkreises hatten in den vergangenen Wochen zwei Mal die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge kontrolliert. „Da sind aber auch die Kennzeichen der Fahrzeuge mit vermerkt, deswegen sind solche Messungen nur für den internen Gebrauch“, erklärt Mathies zu den punktuellen Kontrollen.

Die Stadt will nun aber über einen längeren Zeitraum messen lassen. Dafür hängt jetzt das Messgerät der Firma Avacon auf Höhe des Schulgebäudes an einer Laterne. Das Gerät erfasst die Daten anonym über mehrere Wochen. Wenn es voraussichtlich im Februar wieder abgebaut wird, spuckt es alle Daten aus, erklärt Avacon-Kommunalreferent Frank Glaubitz, „und zwar auf Knopfdruck“.

„Diese Daten sind nötig für unsere Planungen“, erläutert Elisabeth Borcherding, Fachdienstleiterin der Stadt. Denn ohne belastbare Zahlen zu Verkehrsaufkommen oder Geschwindigkeiten könne man nicht über Zebrastreifen, Fußgängerampeln oder andere Maßnahmen nachdenken.

Schon beim Umzug der Grundschule voriges Jahr habe man die Verkehrslage am neuen Standort im Auge gehabt, erklärt Mitarbeiter Carsten Reiss. „Die Schule ist ja von Straßen eingerahmt“, verwies Reiss mit Blick auf Wall-, Bahnhofs- und Süntelstraße sowie Laurentiusweg. „Eine Ampel ist allerdings sehr unwahrscheinlich“, vermutet Reiss weiter, „ebenso wie ein Zebrastreifen.“ Der Verkehr auf der Straße sei zu gering, um das zu rechtfertigen. Denkbar seien Fahrbahnverengungen, um den Schulweg sicherer zu machen.

Auf einen Zebrastreifen baut Schulleiter Christoph Schieb ohnehin nicht: „Das gibt nur eine trügerische Sicherheit“, meint der Rektor. Missachtet würden die Streifen ohne Kontrollen trotzdem, genau wie eine Ampel. Schieb ist zunächst auf die Verkehrszahlen gespannt – vor allem zu Unterrichtsbeginn zwischen 7 und 8 Uhr und ab zwölf, wenn die Schüler sich auf den Weg nach Hause machen.

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