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BBS soll mehr Platz und modernere Maschinen erhalten / Flugzeugtechniker nach Bückeburg

Technologie, die man draußen nicht mehr findet

Rinteln (wm). An den Berufsbildenden Schulen (BBS) auf der Burgfeldsweide sollen Räume umgebaut und neu gestaltet werden - das wird unter anderem möglich, weil die Ausbildungslehrgänge für den luftfahrttechnischen Bereich von Rinteln in die Marienschule nach Bückeburg verlagert werden. Diesen Beschluss fasste der zuständige Schul- und Berufsschulausschuss des Landkreises am Montagabend in seiner Sitzung im Berufsschulzentrum einstimmig.

Wolfram Anser (r.) führte die Ausschussmitglieder durch die Werk

Außerdem soll die Ausstattung der Schule an beiden Standorten verbessert werden. Der finanzielle Bedarf für neue Geräte wird auf rund 380 000 Euro geschätzt. Es war wohl ein Rundgang durch die Schule unter Führung des kommissarischen Schulleiters Thomas Fiedler und seines Stellvertreters Wolfram Anser, der die Kommunalpolitiker endgültig davon überzeugt hat, dass in einigen Werkstätten drangvolle Enge herrscht und manche Geräte eher musealen Charakter haben. Das Problem erläuterte Anser: "Es istsinnlos, Schüler an einer Technologie auszubilden, die man draußen, im realen Berufsleben, nicht mehr findet." Manche Maschinen seien über 20 Jahre alt. Anser zeigte aber auch positive Beispiele: So habe der Landkreis 114 000 Euro in eine neue computergesteuerte Fräsmaschine investiert - eine Maschine, die so topaktuell sei, dass schon Firmen angefragt hätten, ob sie hier ihre Leute trainieren lassen könnten. Fiedler machte den Kommunalpolitikern klar, dass Schaumburg bei der Ausbildung von Flugzeuggerätemechanikern führend in Niedersachsen ist - auch dank einer engen Zusammenarbeit mit der Maschinen und Turbinen Union (MTU) in Langenhagen. Mit ein Grund für den Umzug der Fluggerätemechaniker - 159 Mechaniker, 41 Elektroniker - nach Bückeburg sei, dass das dortige Hubschraubermuseum sich bereit erklärt habe, Exponate für Unterrichtszwecke zur Verfügung zu stellen. 860 Vollzeit- und 790 Teilzeitschüler werden von 94 haupt- und elf nebenamtlichen Lehrkräften an den drei Standorten (Burgfeldsweide, Dauestraße und Jetenburger Straße in Bückeburg) unterrichtet. Dabei sind ganz unterschiedliche und eigenständige Schulformen organisatorisch unter einem Dach: Berufschulen, Fachgymnasium, Fachoberschule, Berufsgrundbildungsjahr und Berufsvorbereitungsjahr, was sich auf 18 Vollzeitschulen insgesamt summiert. In Rinteln werden im Rahmen einer Landesfachklasse - teilweise im Internatbetrieb - Glastechniker aus ganz Niedersachsen beschult, es gibt insgesamt 18 Berufsausbildungen im Dualen System, fünf Berufe, die mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden. Was die besondere Qualität der Schule ausmache, so Fiedler, sei vor allem die enge Zusammenarbeit mit Betrieben - hier erfülle man, wenn machbar, auch spezielle Ausbildungswünsche. So sei es beispielsweise bei der Luftfahrttechnik erforderlich, zusätzlichen Ausbildungsstoff zu vermitteln, damit die Schüler später überhaupt eine Chance auf dem europäischen Markt haben.



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