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Rasanter Anstieg der Mitgliederzahlen bei der Jugendfeuerwehr innerhalb von zwei Jahren

Teamgeist in Brünnighausen

Brünnighausen. „Ihr seid im Landkreis die Nummer eins“, ruft Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Kurbgeweit in die Mehrzweckhalle Brünnighausen. Während die Jugendfeuerwehr (JFW) Hameln-Pyrmont im Vorjahr um 14 Prozent auf 852 Mitglieder schrumpfte, legte die Jugendfeuerwehr Brünnighausen in den letzten zwei Jahren um satte 33 Prozent von 24 auf 32 Mitglieder zu und ist damit die mitgliederstärkste im Landkreis. „Eine absolute Ausnahmeerscheinung“, verkündet Kurbgeweit. Und die fast vollständig versammelten 32 orangefarbenen Schulterstücke längs der Tischreihen straffen sich deutlich. Betreuer und Eltern strahlen vor Stolz, Gäste aus Politik und Kreiskommando zollen lautstark Respekt. Zahlen und Daten, die die Jugendfeuerwehr Brünnighausen schreibt, sind über Landkreisgrenzen hinaus außergewöhnlich. Der deutliche Wachstumskurs verläuftt gegen den Trend. Jugendwart Jens Quast bilanziert: „Jeder siebte Brünnighäuser Haushalt, also 15 Prozent, stellt aktuell ein Mitglied der JFW.“ In Hameln (21 Mitglieder) ist es nur jeder 384. Haushalt, entsprechend 0,26 Prozent, Aerzen (21) erreicht 1,15 Prozent, Bisperode (27) immerhin 4,8 und Diedersen (22) schafft gerade eben die 10-Prozent-Marke. Während sich das Demografieproblem überall in der „Fläche“ jenseits der Ballungszentren verschärft, stehen auch im Weserbergland die Freiwilligen Feuerwehren durch Überalterung der Kameraden mit zunehmend spärlicherer Besetzung auf dem Schlauch und beklagen Mitgliederschwund. Gleichzeitig hält sich die Begeisterung des jugendlichen Nachwuchses in altersbedingten Grenzen. Spätestens mit der Pubertät, stellen Jugendwarte wie Thomas Kurbgeweit landauf, landein fest, verliert Benjamin Blümchens vorbildlicher Einsatz beim Löschen der brennenden Schule an Coolness und die Austrittsquoten steigen. Die Jugendfeuerwehr mit Rekrutierungspotenzial für die Einsatztruppe schrumpft, weil sich Jugendliche überall die Zeit vertreiben wollen, aber nicht unbedingt beim Gerätekundeunterricht der FFW. Ebenso wie auch freiwillige Betreuer der Jugendfeuerwehrgruppen nicht immer und überall herzuzaubern sind. Hinzu komme, so Kurbgeweit, die Leistungsverdichtung mit höheren Anforderungen in der Schule. Die lasse spätestens, wenn es dann zum Abi oder Realschulabschluss gehe, immer weniger Zeit.

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Worin das Geheimnis des Brünnighäuser Erfolgs liege? „Es braucht einen, der nicht nur 08/15-Ideen im Kopf hat, sondern solche, die gerade bei den Jugendlichen ankommen. Der gute Draht zu den Jugendlichen ist wichtig, ebenso ein engagiertes Betreuerteam und natürlich dieses bekanntermaßen einzigartige Brünnighäuser Miteinander, von dem man jedem anderen Ort ein Stückchen wünscht.“ Alles zusammen sei ein Ausnahmepaket, so Kurbgeweit.

Geübt wird dreimal pro Woche mit gleich drei Mannschaften, aber auch die Weihnachtsbäume werden entsorgt und die Jugendlichen engagieren sich bei diversen Veranstaltungen, pauken gemeinsam FFW-Ma-the oder Physik. „Es macht einfach einen Riesenspaß. Wir sind alle miteinander ein vielseitiges, tolles Team, lieben technische Ausbildung mehr als Kekse backen oder Karten spielen und sind immer unter den Top Ten bei Wettkämpfen.“ Victoria Rauhut (19), nach neun Jahren in der Jungendfeuerwehr mittlerweile in der Einsatzgruppe und Betreuerin der Jugendlichen, hat den kometenhaften Aufstieg der Jugendfeuerwehr Brünnighausen von 7 auf 32 Mitglieder mit Jugendwart Jens Quast in nur zwei Jahren miterlebt. ist

Retten, löschen, bergen, schützen und Weihnachtsbäume entsorgen – die Jugendfeuerwehr Brünnighausen übt sich mit großem Erfolg in Hilfeleistung und Wettkampf.ist



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