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Taxi-Gewerbe braucht höhere Tarife

Bad Münder. Ein Umstand, über den Taxikunden in Bad Münder in den vergangenen Wochen nur den Kopf schütteln konnten: Die Fahrt mit dem Taxi von Hameln nach Bad Münder kam sie ungleich teurer als die Hinfahrt von Bad Münder nach Hameln – und das bei identischer Fahrtroute. Die Erklärung für dieses Phänomen indes ist einfach: Während die Stadt Hameln im Zuge der Einführung des Mindestlohnes bereits eine Anhebung der Taxentarife beschlossen hatte, wird eine entsprechende Regelung für die anderen Kommunen im Landkreis gerade erst diskutiert. Erst vom 1. April an könnte Taxifahren auch in Bad Münder teurer werden.

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Entscheiden soll darüber der Kreistag am 10. März, beantragt wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema Taxitarife vom Taxiverband Hameln-Pyrmont. Der Vorstoß, der im Raum steht: Um bis zu 36 Prozent beim Grundpreis und bis zu 19 Prozent beim Kilometerpreis soll erhöht werden.

„Wir haben diesen Antrag gestellt, weil in Deutschland seit dem 1. Januar der Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro je Stunde gilt“, so der Vorsitzende des Kreisverbandes, Peter Danzinger aus Bad Pyrmont, der 16 Taxibetriebe im ganzen Landkreis vertritt. Die Stadt Hameln ist ausgenommen, weil es dort einen eigenen Verband gibt. Danziger wirbt um Verständnis für die nicht unerhebliche Anhebung des Tarifs: Die mit der Einführung des Mindestlohns verbundenen Kostensteigerungen können die Betriebe nicht mehr abfangen. Das sieht die Kreisverwaltung offenbar ähnlich. Sie beruft sich in ihrer Vorlage für die Politik auf ein von ihr erstmals in Auftrag gegebenes Gutachten über die Wirtschaftlichkeit des Taxi- und Mietwagengewerbes, das nicht nur den Mindestlohn berücksichtige, sondern auch eine Empfehlung hinsichtlich der Beförderungsbedingungen und Entgelte abgegeben habe. „Der Gutachter des Büros Linne und Krause hat einen Vorschlag gemacht, der höher ausfällt, als wir beantragt haben“, so Danzinger. Deutlich wird in dem Gutachten auch, dass im Taxigewerbe im Landkreis im vergangenen Jahr oftmals weniger als der neue Mindeslohn von 8,50 Euro gezahlt wurde. „Im Durchschnitt lag der Stundenlohn 2014 (Arbeitnehmer-Brutto) an Werktagen bei 6,37 Euro pro Stunde“, hat die Kreisverwaltung ermitteln lassen. Damit rangiere Hameln-Pyrmont am unteren bekannten Ende westdeutscher Taxilöhne.

Im Ergebnis bedeutet die vorgeschlagene Erhöhung, dass – stimmt der Kreistag zu – der Grundpreis vom 1. April an von 2,20 auf 4,90 Euro steigt. Zwischen 22 und 6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen werden 5,10 Euro fällig. Für Großraumtaxis ändert sich der Preis von 4,70 auf 6 Euro. In beiden Tarifen soll künftig der erste gefahrene Kilometer enthalten sein. Das Kilometer-Entgelt soll tagsüber von 1,60 auf 1,90 Euro und nachts und an Sonn- und Feiertagen von 1,80 auf 2,15 Euro angehoben werden. Die verkehrsbedingte Wartezeit, die bislang 10 Euro ausmachte, soll ersatzlos gestrichen, die kundenbedingte Wartezeit von 22,50 auf 30 Euro angehoben werden.

Wie die Kunden damit umgehen, bleibt abzuwarten. In Hameln ging nach einer gut 50-prozentigen Anhebung zum 1. November vergangenen Jahres die Zahl der Fahrten um 20 Prozent zurück. Für jeden gefahrenen Kilometer werden in Hameln tagsüber 60 Cent mehr als in Bad Münder fällig, dafür sind es beim Grundpreis 1,90 Euro weniger als in der Kurstadt, allerdings ohne den ersten Kilometer. Mit identischen Fahrpreisen können Münderaner für die Hin- und Rückfahrt nach und von Hameln aber auch künftig nicht rechnen. Immerhin rechnet Danziger vor, dass es deutlich günstiger ist, mit einem münderschen Unternehmen nach Hameln zu fahren, als mit einem Hamelner Taxi nach Bad Münder.jhr



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