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Apelerner Gemeinschaft feiert im Juni ihr 40-jähriges Bestehen

Tanzgruppe hofft auf Neubürger: "Sind genug Trachten für alle da"

Apelern (nah). Schon lange ist der rote Rock im Schaumburger Alltag zur Seltenheit geworden. Nur noch wenige Frauen tragen die historische Kleidung. Wenn aber die Apelerner Tanz- und Trachtengemeinschaft aufmarschiert, dann werden die Köpfe gereckt und gibt es Beifall. Die Bewahrung folkloristischer Traditionen findet ausnahmslos Zustimmung.

Genug Trachten auch für neue Mitglieder: Vorsitzende Dagmar Eync

Doch Dagmar Eynck, Vorsitzende des rund 150 Mitglieder zählenden Vereins, könnte trotz aller persönlicher Begeisterung mitunter resignieren. Nur noch zehn bis 15 Männer und Frauen zählt der Stamm der erwachsenen Trachtentänzer: "Viel zu wenig", befindet sie, um damit auf Dauer die regionalen Besonderheiten sicherzustellen. Hoffnungen setzt sie aufden Nachwuchs aus 20 Mädchen und Jungen im Alter zwischen vier und 14 Jahren. Aber auch hier sind es viel weniger geworden: "Die Konkurrenz im Ort ist groß", sagt sie mit Blick auf Karneval und Feuerwehr. Andererseits gibt es immer wieder Lichtblicke. Gerade erst konnten zwei Jugendliche in den Stamm der Großen übernommen werden. Angefangen hatte alles mit dem Dorflehrer. Helmut Hüfken studierte 1965/66 immer wieder einmal Volkstänze mit seinen Schülern ein. Daraus bildete sich 1967 die "Junge Gemeinschaft", die sich bei Ernte- und Volksfesten formierte und mit der Organisation von Seniorenfeiern begann. 1982 folgte mit dem Aufbau einer Erwachsenengruppe die Umbenennung in Tanz- und Trachtengemeinschaft (TTG). 1984 die Gründung einer Kinder- und Jugendabteilung mit zeitweise bis zu 50 Mitgliedern, 1982 das Binden der vermutlich weltgrößten Erntekrone und 1992 ein mehrtägiges Trachtenfest mit 20 teilnehmenden Gruppen und Musikzügen und einem 4,6 Kilometer langen Umzug. Seit 2005 ist Dagmar Eynck Vorsitzende der Trachtengruppe. Sie hat sich vorgenommen, die Zahl der Aktiven deutlich zu steigern. Große Hoffnungen setzt sie dabei in die vielen Neubürger. Ihnen möchte sie die Schaumburger Traditionen näher bringen. "Niemand muss sich eine Tracht kaufen", erklärt sie, weil der Verein selbst genügend Textilien besitzt. Nur Freude an Geselligkeit und Folklore müssten neue Mitglieder mitbringen. Und vielleicht auch ein wenig heimatgeschichtliches Interesse. Eine erste Gelegenheit im Rahmen des 40-jährigen Bestehens bietet ein Familientag. Am Sonntag, 20. Mai, möchte die TTG bei Kaffee und Kuchen eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen und die speziellen Schaumburger Traditionen vorstellen.

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