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Tag der Offenen Tür im Taubblindenzentrum Fischbeck

Die Brücke zur Welt schlägt das Deutsche Taubblindenwerk mit seiner Einrichtung im Pötzer Kirchweg 5 in Fischbeck. Dort nehmen hörsehgeschädigte und taubblinde Menschen mit einem umfangreichen Förder- und Betreuungsangebot am Leben in der Gemeinschaft teil.

Vor 19 Jahren eröffnete das Deutsche Taubblindenwerk mit Sitz in Hannover die Heimeinrichtung in Fischbeck, zu der neben zehn Einfamilienhäusern technische Werkstätten, eine Gärtnerei und Gemeinschaftseinrichtungen gehörten. Heute gibt es 105 Wohn- und 63 Arbeitsplätze für mehrfachbehinderte Erwachsene. Insgesamt etwa 190 Mitarbeiter kümmern sich um ihre individuelle Förderung und Betreuung.

Auf 56000 Quadratmetern Fläche können sich die Bewohner des Heims frei bewegen und entfalten. Das weitläufige Gelände ist für sie behindertengerecht und gefährdungsfrei erschlossen. Verschiedene Untergründe, Symbole und Handläufe bieten Orientierungshilfe und ermöglichen ein sicheres Vorankommen. „Die Einbettung in die wunderschöne Fischbecker Landschaft betrachten wir als Geschenk“, betont Betreuungsdienstleiterin Jutta Hennies.

Von 19 bis 77 Jahren reicht die Altersstruktur der im Taubblindenzentrum Lebenden. „Unsere Einrichtung ist dafür da, dass die Menschen ihr Leben lang bleiben können“, erklärt Jutta Hennies und fügt hinzu, dass sich mit zunehmendem Alter die Konzeptionen verändern müssten. Vorausschauend sind nach dem Kauf eines Fischbecker Landhofes weitere Baumaßnahmen geplant, die Ende 2010 unter anderem einen großen Koch- und Backbereich und Plätze für 22 Bewohner schaffen sollen.

5 Bilder

Bereits im Herbst dieses Jahres soll ein Bewegungsbad im Taubblindenheim eröffnet werden. Regelmäßige und intensive Bewegung wirkt einer degenerativen Entwicklung von Körper und Geist entgegen. Gute Erfahrungen haben Mitarbeiter mit Körperarbeit, mit intensiven Bewegungsangeboten im Wasser gemacht, das eine ausgleichende und beruhigende Wirkung auf die meisten Bewohner hat. Fahrten zu Thermalbädern sind aufwändig. Daher befindet sich momentan ein Bewegungsbecken in Bau, das, wenn es fertiggestellt ist, Zeit-, Kosten- und Personalaufwand erheblich verringern wird. Am Sonntag kann es vorab besichtigt werden.

Tausende zieht es jährlich nach Fischbeck, wenn das Taubblindenzentrum zum Tag der Offenen Tür einlädt. Am kommenden Sonntag, den 16. August ist es wieder soweit: Von 11.30 bis 18 Uhr gewährt die Einrichtung Einblick in die Therapiebereiche und bietet ein umfangreiches Unterhaltungs- und Aktionsprogramm. Eine Fotoausstellung lässt Interessierte teilhaben am Alltag, spiegeln die zahlreichen Bilder doch das Leben der Bewohner eindrucksvoll wider. Zum Verkauf stehen beim großen Basar Arbeiten der Bewohner wie Kerzen, Geschenk- und Holzartikel und in der angrenzenden Gärtnerei Pflanzen. Faszinierend ist auch die Herstellung von Glasschmuck, bei der die Besucher mitwirken können.

Das Besondere am Tag der Offenen Tür sind vor allem die Begegnungen mit den Menschen, für die das Taubblindenheim gebaut wurde. Für viele Gäste ist es beeindruckend zu erleben, wie beglückt gerade Hörsehgeschädigte auf Musik reagieren, auf Blasmusik, wie sie der Posaunenchor Fischbeck vortragen wird, oder auf die Trommeln der „Lions“, des Drum & Bugle Corps Emmerthal. Ob kaltes Blech oder fellbespannte Schlaginstrumente - alles wird zum besseren Verstehen befühlt. Das Wort be-greifen erschließt sich Sehenden dabei in ganz neuer Form.

Erstmals mit beim Tag der Offenen Tür dabei sind die Bands „Delusion“ und „Open Source“ mit Pop, Metal und Akustik beziehungsweise Pop und Rock. Zuschauermagneten vorangegangener Jahre, der Gospelchor „salt’n’light“ und Bob Dulas & Dr. Tost mit Folk und Blues, garantieren wieder beste musikalische Unterhaltung bis zum Schluss.

Für das leibliche Wohl ist auf dem sogenannten Dorfplatz gesorgt, ebenso für ein unterhaltsames Kinderprogramm mit der „Lila Bühne“, der AOK und vielen weiteren Spielaktionen.




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