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Dioxin-Skandal sorgt für Überangebot / Dieter Hainer: „Wir haben die Eier kontrolliert“

Tafel kämpft mit Eierflut: 30-fache Menge

Bad Münder (st). Uwe Wenzel vom münderschen Tafelteam und seine Kollegen kommen mit dem Packen gar nicht mehr hinterher – die soziale Einrichtung wird seit dem Dioxin-Skandal geradezu überschwemmt mit Eiern. Der Kühlraum ist voll. Im linken Regal: Eier. Im rechten Regal: Eier. Im Regal an der Kopfseite: Eier. „Wir haben rund die 30-fache Menge auf Lager im Vergleich zu vorher“, sagt Wenzel. Bedeutet das jetzt, dass bei der heutigen Tafelausgabe verseuchte Eier an die bedürftigen Kunden verteilt werden? „Nein“, sagt Tafel-Chef Dieter Hainer. „Wir haben einen Großteil der Eier kontrolliert. Die sind unbedenklich.“

Uwe Wenzel vom Tafel-Team im Kühlraum zwischen Eiern.   Dagmar Schurmann (v.l.), Sabine Dreisow und Irma Kaldenhoff prüfen Eier.

Die Supermärkte blieben zurzeit auch auf den vermeintlich nicht mit Dioxin belasteten Eiern sitzen, weiß Hainer. „Die Kunden sind einfach verunsichert und lassen die Eier im Regal stehen.“ Und die verschmähten Eier finden anschließend den Weg an den Ausgabetresen der Tafel. „Hier informieren wir unsere Kunden – so gut es uns möglich ist – über die Gefahren und darüber, dass wir die Eier noch einmal kontrolliert haben“, sagt Hainer.

Die Kontrolle stellt eine erhebliche Mehrbelastung für das Vorbereitungsteam dar. Während die Eier sonst von den Paletten einfach in die Sechser-Pappen gepackt werden, muss jetzt jedes Ei einzeln unter die Lupe genommen werden. Die Mitarbeiter vergleichen die Seriennummern der Eier mit den im Internet veröffentlichten Listen der betroffenen Eier.

Am vergangenen Wochenende ist laut Wenzel ein weiterer Schub Eier angeliefert worden, der jetzt nicht mehr bis zur Ausgabe kontrolliert werden kann. „Die geben wir dann separat aus, mit dem Hinweis, die Kunden sollten selber noch einmal kontrollieren, wo die Eier herkommen“, sagt Wenzel. „Die Kunden haben schließlich auch eine Eigenverantwortung.“

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Übrigens: „Beim Fleisch ist dieses Verhalten der Verbraucher nicht zu beobachten“, sagt Hainer.



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