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Vorsitzender der Schützen tritt zurück

SV bekommt Schuss vor den Bug

Lindhorst. Der Schützenverein Lindhorst war nach den Problemen 2012 mit seinem neuen Vorsitzenden Hans-Jürgen Siegmund gerade wieder in ruhigere Bahnen gelangt, da nimmt der Schützenchef mitten in seiner Amtszeit den Hut. Siegmund hat seine Position wenige Monate vor der Mitgliederversammlung niedergelegt. Er begründet dies damit, dass er den Vorsitz ohnehin bereits länger ausgeübt habe als geplant.

Eigentlich sollte alles ganz anders laufen. So erklärt es Siegmund. Er habe bei seiner Wahl 2012 bereits angekündigt, nur für zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. Dennoch habe er sich in diesem Jahr erneut breitschlagen lassen, den Vorsitz des 68 Mitglieder starken Vereins zu übernehmen. Zum Nachfolger habe jemand aufgebaut werden sollen, der dann aus beruflichen Gründen nach Bayern zog, und so sei der Plan hinfällig geworden. Weil sich sonst kein Interessent für den Posten regte, habe er sich, „um ein bisschen Druck“ auszuüben, zu dem Schritt entschlossen. Denn Siegmund glaubt nicht, dass der Verein sich sonst um einen neuen Vorsitzenden bemühen würde.

„Das, wofür ich angetreten bin, den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen und schuldenfrei zu machen, ist erledigt“, sagt Siegmund und sieht damit seine Aufgabe erfüllt. Der Verein hatte vor Siegmunds Amtsantritt arge finanzielle Probleme und sei zu alledem auch noch aus dem Kreisschützenverband Nesselblatt geflogen. Nun sei der SV wieder Mitglied so wie auch im Sportbund.

Ein Schuss vor den Bug ist der spontane Rücktritt des Vorsitzenden aber für den restlichen Vorstand und auch für die Mitglieder gewesen. Denn bevor Siegmund mit den eigenen Leuten gesprochen habe, habe er per E-Mail das Nesselblatt informiert, und diese Mail sei dem eigenen Verein dann zugegangen, sagt die stellvertretende Vorsitzende Petra Oppermann, die jetzt zur Verantwortung gekommen ist, wie die Jungfrau zum Kinde.

Siegmunds Angebot, ihr zur Seite zu stehen, sei bisher eher ein Lippenbekenntnis. Aber der restliche Vorstand und der Schießsportleiter griffen ihr unter die Arme. „Ich muss mich da ja selbst erst in alles reinfuchsen“, sagt Oppermann. Dass der Vorsitzende sang- und klanglos alles abgegeben habe, „versteht keiner“, sagt sie. Dabei sei die nächste Hauptversammlung schon Anfang Februar.

Siegmund beteuert, dass es keinen anderen Grund gebe, als dem Verein ein wenig Dampf zu machen. „Die denken sonst, ich mache das bis zum Sankt Nimmerleinstag. Was da sonst reininterpretiert wird, ist alles dummes Zeug“, wirkt er Gerüchten entgegen. Er werde als Mitglied weiter dem Verein treu bleiben. bab




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