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Suche nach neuem Geschäftsmodell

Bad Münder. Ende 1999 von Stadt und Awo als Gesellschaft für Gesundheit, Veranstaltungen und Tourismus gegründet, steht die GeTour 14 Jahre später am Scheideweg. Nach mehreren Sparrunden ist vom ursprünglichen Anspruch nicht mehr viel übrig geblieben. So fokussiert sich alles auf die Frage: Weiter schrumpfen oder mit einem anderen Geschäftsmodell auf zu neuen Ufern?

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125 000 Euro hat die GeTour in den vergangenen Jahren einsparen müssen, weitere 40 000 stehen im Raum, wenn im nächsten Jahr der bestehende Vertrag ausläuft und mit den Gesellschaftern ein neuer ausgehandelt werden muss.

Die Stadt, die knapp die Mehrheit der Anteile am Unternehmen hält, hat unlängst deutlich gemacht, die Zuschüsse fürs Budget ihrer privatisierten Kur-Tochter noch weiter reduzieren zu wollen: Der Zukunftsvertrag, die mit dem Land Niedersachsen geschlossene Entschuldungshilfe, beinhaltet eine entsprechende Absichtserklärung.

Wer weniger Geld zur Verfügung hat, muss über kurz oder lang notgedrungen seine Leistungen zurückfahren. Die GeTour hat das getan: Personal abgebaut, Öffnungszeiten eingeschränkt. Selbst Kritiker, die zuvor einen zu üppigen Apparat beklagt hatten, räumen heute ein, dass die GeTour irgendwann nur noch auf dem Papier bestehen könnte. Ein Dilemma.

So weit will Geschäftsführer Thomas Heiming es nicht kommen lassen. Ganz offensiv wirbt er inzwischen auch außerhalb Bad Münders um Kunden. Auf ihrer Internetseite bietet sich die GeTour als Dienstleister für andere Kommunen an. Und es gibt derzeit auch konkrete Verhandlungen mit einer Gemeinde außerhalb der Kreisgrenzen, die sich möglicherweise Tourismus-Knowhow vom Deister einkaufen will. „Wir sind durchaus offen für neue Expansionsfelder“, sagt Heiming.

Da kommt ein politischer Vorstoß ganz recht, wonach die GeTour zusätzliche Aufgaben innerhalb der eigenen Stadt übernehmen könnte. Konkret geht es um die Wirtschaftsförderung, die derzeit von Stadtplanerin Anika John mitverantwortet wird. Würde dieser Bereich der GeTour zugeschlagen, könnte diese gestärkt, gleichzeitig aber die Stadt entlastet werden, so eine unter Ratsmitgliedern kursierende Idee.

Möglicherweise müsse in diesem Zusammenhang auch noch einmal über die Erhebung von Fremdenverkehrsbeiträgen zur Finanzierung nachgedacht werden, heißt es . Eine Idee, die vor geraumer Zeit auch schon von Ratsherr Thomas Konior ins Spiel gebracht wurde. Allerdings, so macht der Politiker auf Anfrage jetzt noch einmal deutlich, müssten die Bürger dann auch nachvollziehbar davon profitieren. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass da ohne Gegenwert abkassiert werden soll“, warnt Konior. Das Resultat einer verstärkten Wirtschaftsförderung müsse allen zugute kommen.

GeTour-Chef Heiming steht einer solchen Idee nach eigenen Worten „grundsätzlich sehr aufgeschlossen“ gegenüber. „Wir würden das sehr wohlwollend prüfen, wenn es an uns herangetragen wird.“ Seine Gesellschaft freue sich über jede zusätzliche Aufgabe. Nicht zuletzt in der Hoffnung, auf diese Weise geplante Budgetkürzungen noch abwenden zu können, wie er offen zugibt.mf

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