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Es reicht nur für Platz 154 unter 158 vom Europäischen Tourismus Institut untersuchten Kurorten

Studie: Eilsen ist ein "strategischer Problemfall"

Bad Eilsen/Trier (tw). Die "Vergleichende Qualitäts studie" des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) an der Universität Trier, welche Deutschlands Kurorte unter die Lupe nahm, hatte an Bad Eilsen kaum ein gutes Haar gelassen (wir berichteten vorab). Jetzt sind Details dieser Einschätzung bekannt geworden. Bei der Ergebnisbetrachtung hatte das ETI 158 Orte sieben Gruppen zugeordnet: TOP 3, Spitzenreiter, Verfolger, Oberes Mittelfeld, Unteres Mittelfeld, Gefahrenzone - Problemfälle. Abgefragt wurden insgesamt 14 Kriterien.

Unter die TOP 3 hat es Bad Eilsen innerhalb des Zielgruppen-Rankings nur bei dem Punkt "Erreichbarkeit" geschafft - natürlich wegen seiner Lage an der A 2. Im "oberen Mittelfeld" (Platz 71) liegt der Kurort mit seinem Kulturangebot; im "unteren Mittelfeld" jeweils bei den Punkten Kurmedizinische Grundlagen& Qualität (Platz 85) und Gesundheitseinrichtungen (Platz 88). Der -überwiegende - Rest des Rankings liest sich für Bad Eilsen dagegen ganz bitter. Bei den Punkten Atmosphäre (Platz 118), Allgemeines Freizeitangebot (Platz 128) und Informationsqualität vor Ort (Platz 129) sieht das Institut den Kurort in der Gefahrenzone. Bei allen anderen Kriterien gilt Bad Eilsen sogar als Problemfall: Aktivangebot (Platz 138), Klima (Platz 142), Qualitätszeichen in Beherbergung und Gastronomie (Platz 145), Informationsqualität im Vorfeld der Reise (Platz 148), Qualität des Reiseservice (Platz 149), Landschaft (Platz 151) und Mobilität vor Ort (Platz 152). Macht bei den 158 untersuchten Kurorten für Bad Eilsen im Gesamtranking "aktuelle Qualität" Platz 154. Klartext: Nur vier Kurorte haben noch schlechter abgeschnitten. Damit gilt Bad Eilsen den Prüfern aus Trier als "strategischer Problemfall". Nicht anders sieht das aus, wenn man nur die Mineral- und Moorheilbäder respektive die Heilklimatischen Kurorte miteinander vergleicht: Bei "Mineral" und "Moor" belegt Bad Eilsen Rang 61 von 64 Bädern, bei "Klima" Rang 18 von 19 Orten. Bei dem Gesamtvergleich des ETI haben Bad Neuenahr, Bad Zwischenahn und Langeoog am besten abgeschnitten. Zur Gruppe der besten Fünf gehören außerdem Bad Harzburg und Bad Pyrmont. Nach Angaben des Instituts zeigt die Studie, "in welchen Orten gesunder Urlaub mit höchster Wohlfühlqualität möglich ist". An der bisher größten Untersuchung dieser Art hatten Orte aus acht Bundesländern (Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen) teilgenommen. Zu den Auftraggebern gehören neben Ministerien einiger Länder auch zahlreiche Kurorte sowie Tourismusverbände. Insgesamt gibt es mehr als 350 staatlich anerkannte Bäder und Kurorte in Deutschland. Wissenschaftliche Mitarbeiter hatten die 158 Orte ein Jahr lang auf die kurmedizinischen Angebote sowie auf Gastronomie, Unterbringung, Landschaft, Verkehrsverhältnisse, Freizeitangebote und auch auf "örtliche Atmosphäre" hin untersucht; Niedersachsen stellte mit 40 Orten ein Viertel der Teilnehmer. Ziel sei eine "ehrliche Standortanalyse und eine Fülle an Handlungsvorschlägen" für die Verantwortlichen gewesen. Einige Kurorte hatten im Vorfeld Teilergebnisse der Studie bekannt gegeben. Bei den Mineral- und Moorheilbädern führten Bad Harzburg, Bad Neuenahr und Bad Zwischenahn die Wertung an, bei den heilklimatischen Kurorten lagen Bad Harzburg, Winterberg und Manderscheid vorn. Das ETI betreibt seit 1991 touristische Forschung und Beratung. Mehr Infos: www.eti.de




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