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Streit um erschossenen Hirsch

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VON GERT MENSING

NETTELREDE/NIENSTEDT. Zu einem ungewöhnlichen Einsatz rückte die Freiwillige Feuerwehr am Sonnabend um 12 Uhr aus: Die Einsatzkräfte sollten einen Hirsch befreien, der sich mit seinem Geweih in einem Zaun verfangen hatte. Ein von der Leitstelle alarmierter Tierarzt kam jedoch zu spät – ein Jagdpächter hatte den Hirsch bereits erschossen.

Laura Rösner aus Eimbeckhausen und Vater Helge wurden auf die lauten Schreie des Hirsches aufmerksam und entdeckten das Tier schließlich in einem Gebüsch in der Nähe des Teilhofswegs in Nienstedt. Sie wählten sofort den Notruf. Ein Tierarzt wurde von der Einsatzleitstelle angerufen Helge Rösner leitete die Eimbeckhäuser Wehr in den Nettelreder Forst am Taubenberg. Dort versuchte das verzweifelte Tier offenbar immer wieder, sich aus seiner Lage zu befreien. Die Feuerwehr konnte sich dem Geweihträger nicht nähern, weil er wild um sich trat und die Helfer hätte verletzen können. Der Hirsch hatte bereits mehrere Einrisse im Fell und war übersät mit Blutergüssen. Dass das Tier mit 130 Kilo abgemagert wirkte, liege vermutlich eher an der Brunftzeit, in der sich die Hirsche derzeit befinden, so der erfahrene und für sein waidliches Engagement bekannte Jäger, der das Tier schließlich erschoss.

Die Feuerwehr holte den Arzt der Klinik Osterwald aus Nettelrede ab und brachte ihn an die Einsatzstelle. Doch es kam anders: In der Zwischenzeit hatte ein Jagdpächter aus Nettelrede die Rettungsaktion abgebrochen – und das Tier getötet. Mit zwei Schüssen erlegte er den Hirsch – um das Tier von seinem Leid zu erlösen. Mit den Rettern war er laut deren Angaben zu keinen Gesprächen mehr bereit. Bevor er den Hirsch erschoss, soll er telefonisch die Zustimmung vom Rotwildring eingeholt haben. Die Feuerwehrleute halfen dabei, das Tier aus dem Zaun zu schneiden. „Wir hätten den Hirsch lieber gerettet“, stellte Einsatzleiter Sven Alles nach dem zweistündigen Einsatz fest. Der Jagdpächter habe das Tier gegen den Willen der Feuerwehr erschossen: Der Tierarzt wäre binnen zehn Minuten vor Ort gewesen. Laut Feuerwehr erwägt der Veterinär, gerichtlich gegen den Jagdpächter vorzugehen.



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