×
Auhäger Nest bereits besetzt / Zahl der Überwinterer steigt

"Störche sind Opportunisten!"

Auhagen (jpw). Kommt es wieder zum Kampf? Störche leben nicht paargebunden, sondern nestgebunden, und das Auhäger Nest ist bereits seit Ende Januar besetzt. Die Rückkehr der Vorjahresbewohner steht aber noch aus. "Das ist noch nicht unser Storch", da ist sich die Floristin Christa Reinke aus Auhagen bei einem Blick zum Storchennest auf dem Dach ihres Hauses sicher. "Der hat einen hellroten Schnabel, wie ein Jungstorch, und ist viel zu klein."

Auch der hannoversche Storchenexperte Reinhard Löhmer, der das Nest seit Jahrzehnten betreut, und dem man nachsagt, alle niedersächsischen Störche "mit Vornamen" zu kennen, vermutet dies. Vielleicht handele es sich sogar um den Storch, der in Sachsenhagen überwintert, weil dessen Pfahl umgekippt ist. Vor Ort nachgeprüft hat der promovierte Biologe das allerdings noch nicht. "Störche sind Oppor tunis ten", sagt Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation in Sachsenhagen, "sie lernen schnell, wo sie etwas zu fressen bekommen." Winterliche Temperaturen machten ihnen nicht viel aus. "Der Trend, dass immer mehr Störche bleiben, nimmt zu", bestätigt auch Löhmer und nennt als Beispiel die benachbarten Standorte in Bokeloh und Idensen. Das habe noch nicht unbedingt etwas mit dem Klimawandel zu tun. Der Experte schreibt das hauptsächlich den vielen Tieren aus menschlicher Aufzucht zu. Und: Es gibt immer mehr Frühheimkehrer. Die Route der so genannten "ostziehenden" Störche über den Bosporus nach Afrika sei unverändert. Viele der "westziehenden" Störche, die in Richtung Gibraltar fliegen, blieben wegen des Nahrungsangebots auf Müllkippen in Spanien oder auch in Südfrankreich. "Von dort aus sind siebei gutem Wetter im Februar natürlich auch in ein bis zwei Wochen wieder im Brutgebiet", sagt Löhmer. Mit leichtem Schrecken erinnert sich Christa Reinke an das frühe Frühjahr des vergangenen Jahres, als sich eine "junge, dreijährige Hollän de rin" das bereits wartende Männchen "geschnappt" habe. Bei der Rückkehr des angestammten Weibchens habe es zwischen den beiden einen Kampf "von mittags halbzwölf bis nachts halbzwölf" gegeben. "Die haben sich so gewürgt, ich konnte sie fast anfassen." Schließlich habe der Jungvogel gesiegt. Deshalb erwartet sie die Rückkehr des Paares - das Männchen kommt gewöhnlich in etwa 14 Tagen - mit Spannung. Mit ihrem traditionellen "Storchenfest" zur Rückkehr der Mitbewohner auf dem Dach wartet sie so lange, bis klar ist, welches Paar bleibt.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt