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Kein Entkommen möglich: Es gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung

Steuerpflicht auch für Auslandsrentner

Wer als Rentner seinen Wohnsitz in Deutschland aufgeben will und in das sonnige Ausland übersiedelt beziehungsweise in sein Heimatland zurückgekehrt ist, bleibt oft mit seinen Renteneinkünften in Deutschland steuerpflichtig. Neben Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung gehören dazu auch Basisrenten aus inländischen Versicherungen oder seit 2009 auch Leistungen aus Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen.

Die steuerliche Behandlung ist von verschiedenen Faktoren abhängig und zum Teil länderspezifisch geregelt. Es kommt zum Beispiel darauf an, ob zwischen Deutschland und dem neuen Wohnsitzstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, und was darin konkret vereinbart ist. In den meisten Fällen muss der im Ausland ansässige Rentner in Deutschland eine Steuererklärung für „beschränkt Steuerpflichtige“ abgeben. Für ihn werden dann in Deutschland keine personen- und familienbezogenen Steuervergünstigungen gewährt.

Was ist zu tun? Für die Besteuerung von Rentnern, die im Ausland ansässig sind, ist das Finanzamt Neubrandenburg zentral zuständig. Dort wurde mit www.finanzamt–rente–im-ausland.de eine Internetseite eingerichtet, die die häufigsten Fragen der Besteuerung beantwortet. Unabhängig davon werden in einem Erstanschreiben die Betroffenen über ihre Steuerpflicht, die Zusendung eines Steuerbescheides auf Basis der dem Finanzamt vorliegenden Rentenbezugsmitteilungen und ihre Möglichkeiten zur Reduzierung der Steuerlast informiert. Durch einen beigefügten Antwortbogen wird dabei zusätzlich die Stellung von steuerlich günstigen Anträgen angeregt und erleichtert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann zum Beispiel ein Antrag auf unbeschränkte Einkommensteuerpflicht gestellt werden, um in den Genuss des Grundfreibetrags zu kommen und außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen zu können.

Hintergrund: Seit mit dem Alterseinkünftegesetz per 1. Januar 2005 die Besteuerung von Renten und Pensionen neu geordnet wurde, gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Es besagt, dass Rentenanteile zunehmend besteuert werden und sich im Gegensatz dazu Altersvorsorgeaufwendungen während des aktiven Arbeitslebens steuermindernd auswirken. Zu Beginn wussten viele Rentner nicht, dass sie noch eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Durch die stärkere Vernetzung und die elektronisch zentral organisierten Daten sind die Finanzbehörden aber in der Lage, alle Renteneinkünfte zu überprüfen, und zwar rückwirkend ab 2005. Im Einzelfall kann es zu Steuernachforderungen für mehrere Jahre kommen. PR TEAM

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