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So geht’s! –Tipps vom Hamelner Steuerberater

Steuern sparen mit der Abgeltungssteuer

Nach der für das Jahr 2009 eingeführten Abgeltungssteuer werden alle Erträge aus Kapitalanlagen im Privatvermögen sowie Gewinne aus Veräußerungsgeschäften mit einem einheitlichen Prozentsatz bis zu 28 Prozent (25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) belastet. Dabei ist die Abgeltungssteuer keine neue Steuer, sondern tritt anstelle der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Zinsabschlagsteuer in Kraft.

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Autor:

Dr. Claus GehringerWirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwalt

Im Zusammenhang mit den Kapitaleinkünften stehende Werbungskosten können ab dem 1. Januar 2009 grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht werden. Abgeltungssteuerfrei bleiben bei Vorliegen eines Freistellungsauftrages Einnahmen bis zum Sparerfreibetrag (801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Verheiratete). Die von den Banken der Abgeltungssteuer unterworfenen Kapitaleinnahmen müssen in der Einkommensteuer-Erklärung für 2009 nicht mehr angegeben werden und führen somit verwaltungstechnisch in vielen Fällen zu einer deutlichen Vereinfachung. Somit können sich Besserverdienende, die aufgrund hoher sonstiger Einkünfte einem Einkommensteuersatz über 25 Prozent unterliegen, als Gewinner der Abgeltungssteuer fühlen, da ihre inländischen und der Abgeltungssteuer unterworfenen Kapitaleinkünfte lediglich mit 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abschließend besteuert werden.

Es besteht tatsächlich Grund zur Freude

Aber auch Steuerpflichtige mit einem persönlichen Einkommensteuersatz unter 25 Prozent (entweder aufgrund von niedrigen Einkünften oder aber bestehenden einkommensteuerlichen Verlustvorträgen) können sich freuen, da in diesem Fall durch Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2009 die Wahlmöglichkeit besteht, diejenige von den Banken abgeführte Abgeltungsteuer, die über dem individuellen Einkommensteuersatz liegt, im Wege der Veranlagung zurückzuholen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf eine Besonderheit im Zusammenhang mit kirchenangehörigen Steuerpflichtigen: Die beschriebene Verwaltungsvereinfachung einer nicht notwendigen Erklärung der Kapitaleinkünfte im Rahmen der Einkommensteuer-Erklärung ist lediglich dann gegeben, wenn das Kreditinstitut auf Antrag des Steuerpflichtigen die entsprechende (pauschale) Kirchensteuer im Jahr 2009 einbehalten hat. Sofern dieser Antrag nicht gestellt wurde, ist für Zwecke der Festsetzung der zutreffenden Kirchensteuer eine vollständige Erklärung der Kapitaleinkünfte im Veranlagungsverfahren notwendig.

Zinserträge, die im Betriebsvermögen anfallen, unterliegen – unverändert zu der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Rechtslage – den allgemeinen Besteuerungsregeln. Insoweit ist in diesem Zusammenhang im Einzelfall zu prüfen, ob durch die Entnahme von freien Finanzmitteln aus dem steuerlichen Einzel- oder Personengesellschaftsvermögen und die anschließende Anlage dieser Mittel im Privatbereich ein steuerlich insgesamt günstigeres Ergebnis erzielt werden kann.

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