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Schule begeht den Jahrestag der Mondlandung

Sternstunde am Vikilu

HAMELN. Stell dir vor: Die Klingel ruft zum Unterrichtsbeginn, aber keiner geht hin.

Undenkbar? Nein, denn als am Dienstag im Viktoria-Luise-Gymnasium die bekannte Klingel ertönte, folgte kein Unterricht, weil die gesamte Schule das 50-jährige Jubiläum der Mondlandung feierte. Für Schulleiter Dr. Michael Glaubitz war das ein besonderes Anliegen, das ihn schon immer fasziniert hat: „Ich bin damals Kind gewesen und hatte z. B. die Saturn-V als Spielzeugrakete. Ich habe mich also schon sehr früh mit dem Thema ,befasst‘. Damals herrschte eine gewaltige Aufbruchstimmung, schon 1980 wollte man auf dem Mars landen. Daraus wurde ja bekanntlich nichts. Ich bewundere aber immer noch die Leistungen dieser frühen Jahre und den Geist, in dem diese geschahen.“

Aber wie kann man an einer Schule mit über 1200 Schülerinnen und Schülern die Erinnerung an die Mondlandung wachrufen? Keiner aus der Schülerschaft und nur wenige Mitglieder aus dem Lehrerkollegium haben noch persönliche Erinnerungen daran. Mit traditionellen pädagogischen Mitteln sind die wissenswerten Details sicherlich zu erarbeiten, aber für Michael Glaubitz war relativ schnell klar, dass dieses Ereignis auf jeden Fall eine emotionale Komponente haben sollte, wenn es denn bei den Schülern nachhaltig wirken sollte. Und so entstand die Idee, dass eine gesamte Schule an einem Tag ins Kino gehen sollte: „Das Kino ist ein mächtiges Erzählmedium. Es kann Themen mit einer Intensität vermitteln, die im Alltag nicht so leicht zu erreichen ist. Wenn es um die Mondlandung geht – ein gewaltiges Ereignis also – ist Kino genau das Richtige.“

Die Vorbereitungen begannen lange vor den Sommerferien. Ein ganzer Tag im September wurde vorgesehen, weil der Jahrestag in den Sommerferien lag. Verschiedene Ideen wurden entwickelt, am Ende stand fest, dass die Aktion mehrere Ziele verfolgen sollte – auf der einen Seite sollte das Jubiläum in verschiedenen Dimensionen erfasst werden und auf der anderen Seite sollte es dazu führen, dass die Schule etwas gemeinsam macht. Der Sponsorenlauf vor zwei Jahren hatte gemeinschaftsbildende Kraft. Da lag es nahe, das Jubiläum der Mondlandung zum Thema eines gemeinsamen Erlebnisses für alle zu machen. So entstand die Idee, ins Maxx Kino zu gehen.

Schwerelosigkeits-Versuch auf dem Schulhof. Foto: Enno Schulz/PR

Die Wahl fiel auf den Film „Apollo 13“, der zwar die Mondlandung nur am Rande thematisiert, weil der Film die Rettungsaktion für das havarierte Raumschiff wesentlich dramatischer darstellt als der jüngst erschienene Film „Aufbruch zum Mond“ von Damien Chazelle. Damit war die Idee geboren. Der Schulleiter nahm Kontakt zum Kino auf und daraus entstand eine Kooperation: „Eigentlich gab es keine großen Hürden. Man muss so etwas einfach wollen und dann akribisch organisieren. Ich habe früh im Kino angefragt, ob die sich das vorstellen könnten.“ Und das konnte man. Nun können ja nicht 1200 Schülerinnen und Schüler auf einmal in ein Kino gehen, da sind die Kapazitäten schnell erschöpft. Deshalb hat das Vikilu eine minutiöse Logistik entwickelt. Die Klassen gingen gestaffelt hinüber und die, die noch nicht dran waren, versuchten sich an der Darstellung der Schwerelosigkeit. Sönke Koss animierte mit seinem Team die Schüler zu artistischen Versuchen, bei dem Sprünge fotografisch festgehalten wurden, die den Eindruck von Schwerelosigkeit vermitteln: Wenn es schon in der Realität nicht geht, dann wenigstens auf einem Foto. Am Ende formierten die Schüler auf dem Schulhof eine Rakete, bevor sie loszogen, um die Geschichte der missglückten Mission mit Apollo 13 anzuschauen. „Kino und Schule ist eine gute Kombination, wenn es darum geht, Unterrichtsinhalte plastisch und nachdrücklich zur Wirkung zu bringen – wenn es passende Filme gibt“, meint Matthias Rheinländer. Daraus lassen sich hervorragende Projekte entwickeln und so konstatiert Michael Glaubitz: „Ich glaube, dass das Vikilu für Aktionen dieser Art immer gut war und auch bleiben wird. Lassen wir uns überraschen!“




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