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Stemme wehrt sich auf Forum

Landkreis (ssr). Der Leiter des Job-Centers Schaumburg, Michael Stemme, hat sich gegen die massiven Vorwürfe von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) im Hinblick auf den so genannten "Niedersachsen-Kombi" gewehrt.

Auf dem Volksbank-Forum gestern Abend in Stadthagen bedauerte Stemme, dass sich der Ministerpräsident nicht direkt an das hiesige Job-Center gewandt habe. Es habe keinen Gesprächskontakt gegeben, sagte Stemme. Auch das dem heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Friedel Pörtner zugeleitete Kritik-Schreiben Wulffs (wir berichteten) kenne er nicht, fügte Stemme hinzu. Wulff hatte Stemme vorgeworfen, "ein sehr verzerrtes Bild" des "Niedersachsen-Kombis" gezeichnet zu haben, und bei der Anwendung dieses Förderinstruments zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt landesweit "eine negative Ausnahmeerscheinung" darzustellen. Hintergrund der Ausein andersetzung waren zwei Gespräche Pörtners im Job-Center gewesen. Er finde es "schade", so Stemme jetzt, "dass dem Ministerpräsidenten scheinbar nicht alle Inhalte der Informationsgespräche weitergegeben wurden". Denn in den Gesprächen sei Pörtner das gesamte Instrumentarium aller Förderinstrumente über den "Kombi" hinaus konstruktiv erläutert worden. "Dabei wurden auch die möglichen Ursachen und Gründe analysiert, weshalb der ,Niedersachsen-Kombi' bisher in Schaumburg nicht beansprucht wurde." Es liege dem Job-Center fern, nicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen und es informiere stets auch über den "Niedersachsen-Kombi". Dieser werde allerdings von den Arbeitgebern bisher nicht gewünscht. Stemme rechnete vor, dass im Jahr 2006 allein in Schaumburg 300 Langzeitarbeitslose mit Hilfe direkter Eingliederungszuschüsse Jobs erhalten hätten. Im selben Zeitraum habe es "nach Auskunft von Herrn Pörtner" aber niedersachsenweit insgesamt nur 500 erfolgreiche Eingliederungen durch den "Niedersachsen-Kombi" gegeben. Die Kosten pro erfolgreicher Förderung haben sich in Schaumburg laut Stemme auf zwischen 3300 und 4600 Euro belaufen. Das sei "durchaus wirtschaftlich". Wulff hatte als durchschnittlichen Förderbetrag des "Niedersachsen-Kombi" eine Summe von 6000 Euro angegeben.



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