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„Gefahr für Grundwasser und Tierwelt“ / Nabu will mit Forstgenossenschaft sprechen

Steinbruch: Geologin warnt vor Deponie

Hamelspringe (mf). Die Pläne der Forstgenossenschaft Bakede, den Steinbruch Hamelspringe als Deponie für Verbrennungsrückstände zur Verfügung zu stellen (wir berichteten), rufen zunehmend Naturschützer auf den Plan. Die mündersche Geologin Angelika Schwager warnt vor schwerwiegenden Folgen für die Umwelt.

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Die Sohle des Steinbruchs bestehe aus sogenannten Heersumer Schichten – ein besonderes Kalkgestein, das extrem wasserdurchlässig sei. „Und maximal zwei Meter unter der Oberfläche befindet sich Doggerton, der wie Schiefer aussieht, aber Wasser führend ist“, weiß Schwager. Sollte der Steinbruch mit möglicherweise belasteter Asche verfüllt werden, würden die Schadstoffe zwangsläufig bis zur Grundwasserschicht gespült, ist sie überzeugt.

Die Expertin kennt den Steinbruch wie nur wenige andere, erstellt derzeit sogar eine wissenschaftliche Arbeit über seine Entstehung. Unzählige Male war sie dort unterwegs, um im Boden nach seltenen Fossilien zu suchen.

Eine Nutzung als Deponie könnte aber nicht nur das Grundwasser gefährden, fürchtet sie. Vielmehr würde auch der Lebensraum von Tieren zerstört. „Dort brüten viele Tiere, unter anderem ein Uhu. Aber auch Falken, Rehe und Füchse leben dort. Man sollte den Steinbruch deshalb besser sich selbst überlassen – er ist ein wertvolles Biotop.“

Auch der Nabu ist „nicht begeistert“ von den Plänen, wie Vorsitzender Matthias Großmann einräumt. Allerdings wolle man sich erst nach einem Gespräch mit der Forstgenossenschaft öffentlich positionieren. Ein Termin sei für den 1. Februar anberaumt. „Bis dahin wollen wir uns nicht an Spekulationen beteiligen. Es gibt schon zu viele, die sich zu profilieren versuchen“, meint Großmann.

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