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Pflanzenvermehrung gelingt auf mehreren Wegen

Stecklinge, Ableger, Saat und gut

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Autor:

Saskia Gamander

Das bedeutet, dass die aus dem Saatgut gewonnenen Zöglinge nicht ohne Weiteres die selben Eigenschaften aufweisen wie ihre Mutterpflanzen, schon gar nicht im Staudengarten.

Gut zu beobachten ist dies zum Beispiel bei Stockrosen (Alcea rosea), die als zweijährige Pflanzen (im ersten Jahr Anlage der Pflanze mit Blattentwicklung, im zweiten Jahr Blüte) zwar eigentlich nicht dauerhaft sind, sich durch ihre sehr zahlreichen Samenstände aber selber immer wieder vervielfältigen – mit dem Ergebnis, dass die Farben der Blüten wechseln. Aus einem ehemaligen Bordeauxrot kann über die Jahre also ein helles, ausgewaschenes Pink werden, aus Gelb wird Weiß. Diese genetische Veränderung ist vollkommen normal, weil die Vermischung durch Bestäubung verschiedener Stockrosensorten hier zu neuen Ergebnissen führt, die anders aussehen als die Mutterpflanze.

Die sogenannte generative Vermehrung, also der Fortbestand der Flora über Samen, kann sogar gewollt sein. Beispiel Akelei (Aquilegia): Durch mehrere „reine“ Sorten, die im Garten gepflanzt werden und sich nach der Blüte aussäen dürfen, entstehen teils Tochterpflanzen, deren Farbspiel und Fülle denen der Mutterpflanzen in nichts nachstehen. Außerdem gibt es aber auch Pflanzen, bei denen der Arterhalt über die Samen kaum Veränderungen herbeibringt: Die Großköpfige Flockenblume (Centaurea macrocephala) beispielsweise sät sich gut und gerne aus, und diese Nachkommen unterscheiden sich so gut wie nicht von der Mutterpflanze. Ziemlich sortenrein vermehrt sich auch die Prachtscharte (Liatris spicata) über Samen.

Schönheit der Mutter auf die Töchter übertragen

Wer darauf setzt, die Schönheit der Mutter auf die Töchter zu übertragen, darf sich nicht auf die Samen verlassen. Die Eigenschaften werden zu einhundert Prozent nur über eine vegetative Vermehrung bestehen bleiben. Das heißt, dass hier Teile der Mutterpflanze zur Bewurzelung gebracht werden müssen. Am einfachsten gelingt dies über das Teilen des Wurzelstocks. Gerade im September und Oktober, aber auch im Frühling vor dem Austrieb, werden auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einerseits wird die vielleicht schon in die Jahre gekommene und nicht mehr so blühfreudige Mutterpflanze verjüngt und andererseits werden aus einer dann zwei oder drei Pflanzen. Auf diese Weise entsteht eine größere Fülle, die wiederum deshalb gut ist, da eine strukturierte Gartenanlage weniger von einem Sammelsurium, sondern vielmehr von der Wiederholung lebt.

Eine weitere Möglichkeit der vegetativen Pflanzenvermehrung ist das Schaffen von Stecklingen und Ablegern. Es funktioniert einfach: Ein Pflanzenteil, beispielsweise ein kleiner Zweig, wird abgeschnitten und in ein Kultursubstrat gesteckt. In dieser Erde muss er feucht, aber nicht nass gehalten werden. Nach einigen Wochen wird er kleine Wurzeln ausbilden und in der Folge zu einer eigenen Pflanze heranwachsen.



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