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Statistik: 643 Verkehrsunfälle in Springe im Jahr 2019

SPRINGE. Weniger Verkehrstote - aber mehr Schchwerverletzte bei Unfällen auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der Springer Polizei: Das geht aus einer neuen Statistik für das Jahr 2019 vor, die die Polizei jetzt vorgelegt hat. Die Polizei kündigt an, weiterhin auf Prävention setzen zu wollen.

Die Zahl der statistisch erfassten Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Springe (Stadt Springe/Stadt Pattensen) ist mit 887 Verkehrsunfällen im Jahr 2019 nahezu unverändert.

Es erfolgte eine polizeiliche Verkehrsunfallaufnahme mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2019 kamen bei 141 Verkehrsunfällen Personen im Straßenverkehr zu schaden. Dabei verunglückten insgesamt 172 Menschen.

Drei Personen kamen zu Tode, 28 Personen wurden schwer und 141 leicht verletzt. „Die Zahl der Verkehrstoten auf unseren Straßen ist leicht zurückgegangen, die der Schwerverletzten und Leichtverletzten dagegen gestiegen“, sagt Lutz Fricke, Leiter Einsatz- und Streifendienst.

237 Verkehrsunfälle flossen als sogenannte Unfallfluchten in die Statistik ein. Darüber hinaus wurden 129 Wildunfälle polizeilich aufgenommen.

Die Polizei Springe möchte weiterhin einen Schwerpunkt bei der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit setzen und durch gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und zielgruppen- und schwerpunktorientierte Präventionsarbeit einen möglichst positiven Einfluss auf die Verkehrsunfallentwicklung und ihre Folgen nehmen.

Das Verkehrsunfallgeschehen im Detail: Die 887 statistisch erfassten Verkehrsunfälle verteilten sich mit 643 und 244 Verkehrsunfällen auf die Städte Springe (643) und Pattensen (244).

541 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften. Es ereigneten sich 18 sogenannte Baumunfälle, das sind Verkehrsunfälle auf Streckenabschnitten mit Baumbeständen, besonders außerhalb der geschlossenen Ortschaften.

Dabei kamen zwei Auto-Insassen zu Tode, vier Personen wurden schwer- und zehn leichtverletzt. „Ursächlich ist hier oftmals nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit, insbesondere auch bei winterglatten Straßen“, sagt Fricke.

Im Jahr 2019 zogen sich zehn Kinder in der Altersgruppe bis 14 Jahren Verletzungen zu. Während sich zwei Kinder schwere Verletzungen zuzogen erlitten acht Kinder leichte Verletzungen.

Die Zahl der verletzten Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Drei dieser Altersgruppe zugehörige Personen zogen sich laut Polizei schwere und 16 leichtere Verletzungen zu.

Bei der Gruppe der Senioren ist bei den schwerverletzt Betroffenen ein Anstieg um plus vier zu verzeichnen, während die Zahl der Leichtverletzten konstant geblieben ist. Im Vorjahreszeitraum waren in dieser Gruppe noch drei getötete Verkehrsteilnehmer zu beklagen gewesen.

Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrenden ist um fünf leicht gestiegen. Bei 38 Verkehrsunfällen wurden im Jahr 2019 ausweislich der Statistik 37 Personen verletzt. Mit sieben schwer- und 30 leichtverletzten Radfahrern bewegen sich die Unfallzahlen damit wieder auf dem Niveau des Jahres 2017. Unter den Beteiligten befanden sich vier Nutzer eines sogenannten Pedelec. In knapp der Hälfte der Fälle setzte das Verhalten des beteiligten Radfahrenden die Unfallursache. Immerhin 29 Beteiligte trugen keinen Fahrradhelm, der im Idealfall Schlimmeres hätte verhindern können.

An acht Verkehrsunfällen waren im Jahr 2019 Fußgänger beteiligt. Dabei wurden 5 Personen verletzt, 4 davon schwer und 1 Person leicht.

Bei elf Beteiligten von Verkehrsunfällen wurde im Jahr 2019 eine alkoholische Beeinflussung festgestellt, zwei Unfallbeteiligte standen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

„Der höchst gemessene Blutalkoholwert bei einem beteiligten PKW-Fahrer lag bei 2,89 Promille. Dabei handelte es sich um einen Autofahrer“, sagt Fricke.

Die Zahl der sogenannten Verkehrsunfallfluchten, dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort, ist leicht zurückgegangen.

Immerhin noch 237 am Straßenverkehr teilnehmende Personen verursachten einen Schaden und hatten es nicht nötig, den Geschädigten durch Feststellung der erforderlichen Daten eine Chance auf Schadenregulierung zu geben. In aller Regel blieben diese damit auf ihren Schäden sitzen.

Neben den sogenannten „Spiegel-Treffern“, Zusammenstößen von Fahrzeugen im Begegnungsverkehr oder Längsverkehr, hier in der Regel mit parkenden Fahrzeugen, spielen insbesondere sogenannte Parkrempler eine große Rolle.

Vermeintlich kleine Anstöße beim Ein- oder Ausparken oder ein unvorsichtiges Öffnen einer Fahrzeugtür, aber auch der sorglose Umgang mit einem Einkaufswagen, führen bei den Geschädigten neben dem verständlichen Ärger oft auch zu größerem Aufwand.

Die Beseitigung dieser Unfallschäden ziehen in der Regel nicht nur einen Aufenthalt in der Werkstatt, sondern auch entsprechend hohe Kosten nach sich.

Insbesondere die genannten Spiegel-zu-Spiegel-Unfälle die in der Regel nur selten Spuren hinterlassen die auch einen Rückschluss auf den Verursacher zulassen, aber auch eine größere Anzahl vermeintlich kleinerer Parkrempler, die vom Auge des außenstehenden Betrachters kaum wahrnehmbar sind, haben zu einer deutlichen Verschlechterung der Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich geführt.

Unabhängig davon spielen aber auch die Unfälle, die sich abseits belebter Stellen ereignen, das Umfahren eines Leitpfostens oder anderen Verkehrszeichens, die Beschädigung eines Gartenzauns oder einer Grundstücksmauer oder auch die nachhaltige Beschädigung eines Grünstreifens, immer noch eine Rolle.

„Mangels einer entsprechenden Spurenlage etwa durch abgerissene Fahrzeugteile, haben all diese Unfallfluchten jedoch gemein, dass die Polizei auf die Mitteilungen aufmerksamer Zeugen angewiesen ist, die dadurch in einem hohen Maß zur Aufklärung dieser Straftaten beitragen“, erläutert der Einsatz- und Streifendienstleiter. „Die Polizei bittet deshalb jeden Zeugen um aktive Mithilfe zur Aufklärung dieser Fälle, die für die Geschädigten sonst oftmals bedeuten, auf dem erlittenen Schaden sitzen bleiben zu müssen.“

Die Zahl der Wildunfälle bewegte sich auch im Jahr 2019 auf konstant hohem Niveau. Mit 129 (133 im Vorjahr) Unfällen nehmen die Wildunfälle einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtunfallgeschehen ein.

Die Polizei appelliert in diesem Zusammenhang weiterhin an die Verkehrsteilnehmer, sich gerade zu den Zeiten, zu denen mit einem verstärkten Wildwechsel zu rechnen ist, sich die herrschende Unfallgefahr bewusst zu machen und mit einer möglichst defensiven und vorausschauenden Fahrweise auf diese Gefahr einzustellen. Die meisten Wildunfälle ereignen sich in der Dämmerung, besonders im Frühjahr und Herbst.

Entsprechende Warnschilder stehen insbesondere in Bereichen, in denen es immer wieder zu Wildunfällen kommt und sollten unbedingt eine unmittelbare Auswirkung auf das Fahrverhalten haben.

In 2019 Jahr wurden für den Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Springe mehrere Bereiche als sogenannte Unfallschwerpunkte identifiziert. Dabei handelt es sich um Bereiche, an denen im Betrachtungszeitraum eine Häufung von Verkehrsunfällen gleicher Art festgestellt wird. Bei den Werten in Klammern handelt es sich um die Vorjahreszahlen.

1.Springe Gemarkung Gestorf, Kreuzung B 3/L 460 7 (2) Verkehrsunfälle mit einer 0) schwer verletzten Person und sieben (1) leichtverletzten Personen.

2.Springe Gemarkung Gestorf, L 460 zwischen B3 und der Ortseinfahrt O Gestorf vier (16) Verkehrsunfälle mit zwei schwer verletzten und drei leichtverletzten Personen.

3.Pattensen, Einmündung B 3, Auffahrt zur B 443 Richtung Koldingen neun (25) Verkehrsunfälle mit neun leichtverletzten Personen

Auf der noch im letzten Jahr als Unfallhäufungslinie geführten K 216 zwischen Völksen und Gestorf haben sich im vergangenen Jahr lediglich drei Verkehrsunfälle ohne Personenschaden ereignet. Fricke: „Dieser Bereich wird weiter beobachtet jedoch nicht mehr als Unfallschwerpunkt geführt.“

Die Unfallschwerpunkte werden im Rahmen der Unfallkommission der Polizeiinspektion Garbsen einer besonderen Prüfung unterzogen.

Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Polizeikommissariats Springe werden sich auch weiterhin durch Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und die Durchführung von Präventionsmaßnahmen, intensiv der Vorbeugung von Verkehrsunfällen und der Bekämpfung der Hauptunfallursachen widmen, kündigt Fricke an.

„Dazu gehören die Fortführung von Präventionsmaßnahmen in Schulen und Kindergärten oder auch für Senioren, aber auch gezielte Maßnahmen zur Überwachung der Schulwege, Benutzung von Rückhaltesystemen, insbesondere auch für Kinder, Fehlverhalten durch und gegenüber ungeschützten Verkehrsteilnehmern, Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen, Einhaltung der Vorfahrtsregeln, Einhaltung von Überholverboten und verbotswidrige Nutzung von elektronischen Geräten Beeinflussung durch Alkohol oder Betäubungsmittel.“

2161 Verstöße wurden alleine bei der Bekämpfung der Hauptunfallursachen festgestellt. 65 Fahrzeugführende wurden unter Alkoholeinfluss festgestellt (Höchstwert 3,46 Promille), 22 Fahrzeugführende wurden unter Betäubungsmitteleinfluss festgestellt. Daneben hat die Polizei im vergangenen Jahr 319 Geschwindigkeitsüberschreitungen, 246 Abbiegeverstöße, 506 Vorfahrt-/oder Rotlichtverstöße, 490 Gurtverstöße, 218 Verstöße im Zusammenhang mit der Nutzung eines elektrischen Gerätes, und 295 Verstöße durch oder gegen Radfahrende geahndet.

Präventionsveranstaltungen wie etwa „Abgelenkt“, „Fit im Straßenverkehr“, „Gelbe Füße“ oder „Toter Winkel“ sollen genauso weitergeführt werden, wie etwa . Fahrradprüfungen und –kontrollen in den Schulen, kündigt die Polizei in Springe an.




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