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50 Jahre Hans-Christian-Andersen-Schule / Erst 1976 eigenes Gebäude für 5,3 Millionen Mark

Start für die Hilfsschule in einer Baracke

Stadthagen (ssr). Die Hans-Christian-Andersen-Schule feiert am morgigen Donnerstag ihr 50-jähriges Bestehen. In einer zweiteiligen Serie stellen wir die Förderschule mit Schwerpunkt Lernen an der Schachtstraße vor.

Eine Baracke auf dem Hof der Bürgerknabenschule war 1957 die Unterkunft für die ersten 23 Hilfsschüler in Stadthagen. Die Gründung brachte für Stadthagen eine Neuheit: die Hilfsschule war die erste Bildungseinrichtung, in der Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet wurden. Dabei seien erst erhebliche Bedenken der Elternauszuräumen gewesen, heißt es in der Schulchronik. Der Schul etat hat anfangs 800 Mark pro Jahr betragen. "Wenn es Vorfälle auf dem Pausenhof gab", sollen "stets die Hilfsschüler schuld" gewesen sein, ist in der Schulchronik weiter zu lesen. Das deutet auf die typische Vorurteilsstruktur und die schwierige soziale Position dieser Schulform vor allem in jener Zeit hin. "Seitdem hat es sicherlich einen gewissen Wandel im gesellschaftlichen Bewusstein gegeben", erläutert Schulleiter Joachim Bittner aus heutiger Sicht, "aber mit Vorurteilen und Abwertungen werden unsere Schüler auch heute noch konfrontiert." 1961 wurde der Name "Sonderschule" eingeführt, die mittlerweile vier Klassen umfassende Einrichtung wechselte in den Landsbergschen Hof. Die baulichen Gegebenheiten waren alles andere als gut. Einmal stürzte der Schornstein ein, dann die Decke eines - glücklicherweise leeren - Klassenzimmers. Später wurde die Schule durch zwei Pavillons ergänzt. Weithin Pilotprojekt war die Schule bei der Entwicklung von Sprachtherapie. 1976 war die Zeit reif für einen großen Sprung nach vorne. Für 5,3 Millionen Mark bekam die Sonderschule an der Schachtstraße ihr eigenes Gebäude. Die Chronik vermerkt, das Richtfest sei "ohne Beteiligung der Öffentlichkeit" begangen worden - wieder ein kleiner Hinweis auf die gewisse Randstellung dieser Einrichtung auch noch zu jener Zeit. Wenig später erreichte die Schülerzahl mit 174 einen Höchststand, der seitdem nie wieder erreicht wurde. Der Bau der Kreissporthalle in unmittelbarer Nachbarschaft ermöglichte seit 1985 einen vernünftigen Sportunterricht. 1986 in "Hans-Christian-Andersen-Schule" umbenannt - nunmehr als Sonderschule für Lernbehinderung - geriet kurzfristig der Standort in Gefahr. Der Landkreis hatte geplant, die neu einzurichtende IGS in das Gebäude zu setzen. Abgewendet wurde eine Umsiedelung nur durch die Genehmigung für einen IGS-Neubau. In der morgigen Ausgabe geht es um das heutige Selbstverständnis als "Förderzentrum".




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