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Jugendanstalt Hameln stellt Sportplatz zur Verfügung / Neue Erfahrung für alle Beteiligten

Starriders proben hinter verschlossenen Toren

Bad Münder (lil). Die Suche hat sich gelohnt: Die Starriders haben einen neuen Trainingsplatz gefunden. Dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Festplatz, sondern um einen Sportplatz auf dem Gelände der Jugendanstalt Hameln, der größten Jugendstrafvollzugseinrichtung Deutschlands.

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Da es in Bad Münder immer wieder Beschwerden von Anwohnern gehagelt hatte, zog es das „Drum and Bugle Corps“ der TuSpo vor, größtenteils außerhalb seiner Heimatstadt zu proben – stets unter der Bedingung, möglichst jedes Wochenende die Trainingsstätte zu wechseln, um Anwohner nicht zu stören. Um bei der Suche nach geeigneten Plätzen zu helfen, hatte sich Ilse Albers eingeschaltet (wir berichteten). Die Hamelspringerin war es auch, die jetzt den Kontakt zur Leiterin der Jugendanstalt hergestellt hat. „Wenn man Wege sucht, dann findet man auch welche“, betont Albers, die sich trotz vieler Absagen nicht entmutigen ließ.

Die ersten Proben sind für das Wochenende, 11. und 12. August, geplant. Corpsdirektor Tobias Platow habe die Details mit den Verantwortlichen vor Ort besprochen, berichtet Melanie Schiebler, die für die Koordination der Trainingsstätten verantwortlich zeichnet. So müssten sich die Mitglieder etwa in Listen eintragen und ihre Wertsachen draußen lassen, weiß die Koordinatorin. „Wir sind gespannt auf das, was da kommt“, so Starriders-Vorsitzende Kerstin Schulze. Und Schiebler fügt hinzu: „Für uns ist es eine tolle Gelegenheit, etwas Neues kennenzulernen.“ Die Mitglieder hätten sehr positiv und aufgeschlossen auf die Möglichkeit reagiert, auf dem Gelände der Jugendanstalt zu trainieren. „Wir sind ganz froh und dankbar über diesen Platz“, sagt Schiebler, die sich mit ihrer Gruppe unter anderem auf die German Open am 15. September in Hameln vorbereitet.

Das Gelände verfügt über einen Fußballrasenplatz mit Leichtathletikbahn, einem kleinen Fußball-Aschenplatz, einem kleinen Rasenspielfeld und einem Streetballplatz mit einer Basketballeinrichtung. Für die stellvertretende Anstaltsleiterin, Simona Walter, und ihre Mitarbeiter sei es genauso eine neue Erfahrung, ein „Drum and Bugle Corps“ auf ihrem Gelände proben zu lassen – dennoch wollten sie es versuchen. So müsse etwa überprüft werden, ob der Geräuschpegel den Gefangenen zuzumuten sei. Und: „Den Sicherheitsgedanken werden wir bei den Proben nicht vernachlässigen“, erklärt Walter. Dieses Thema liegt auch Schulze am Herzen. „Eine Handvoll Mitglieder ist noch minderjährig, wir haben also eine gewisse Verantwortung.“

Inhaftiert sind in der Anstalt knapp 500 junge Straftäter im Alter von 14 bis 24 Jahren. Die Insassen des Jugendvollzugs verbüßen Jugendstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. „Unser Wunsch ist, dass die Gefangenen von den Proben der Starriders profitieren“, erklärt die stellvertretende Leiterin. „Zur Generalprobe etwa können diejenigen, die Interesse haben, unter Beaufsichtigung von Kollegen dazukommen.“



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