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Interview-Reihe „Redezeit Kinderarmut“: Hans-Jürgen Urban im Gespräch mit Matthias Hinse

Starke Kinder für eine starke Gesellschaft

Lindhorst. In der „Redezeit Kinderarmut“ hat sich Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, für faire Chancen von armen Kindern starkgemacht. In der Interview-Reihe stellte er sich den Fragen von Matthias Hinse, Sprecher des Vereins „Wir für soziale Gerechtigkeit“.

Autor:

kirsten Elschner

Bedeutet Reichtum automatisch Glück? Reich sein allein mache nicht glücklich, „aber Armut kann sehr schnell sehr unglücklich machen“, sagt Urban. Eine solidarische Gesellschaft sollte deshalb darauf achten, dass alle Menschen „materiell abgesichert“ sind.

Die Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung der Kinder sieht Urban als „krasses Problem“ an. In einer Gesellschaft, in der vieles über Geld organisiert werde, führe Armut dazu, dass diese Kinder unfair schlechtere Ausgangschancen haben als andere Kinder. Sie würden bei vielen Erlebnissen ausgegrenzt. Das fange bei Klassenfahrten und Schulbüchern, die sich manche Eltern nicht leisten könnten, an und betreffe auch gesellschaftliche Ereignisse, die für die Entwicklung der Persönlichkeit wichtig seien – vom Sportverein bis zum Erlernen eines Instruments.

Urban selbst stamme aus einer Familie, wo das Geld „immer knapp“ war. Vor allem auf dem Gymnasium war er mit Schülern zusammen, deren Eltern über viel bessere Einkünfte verfügten. Den Unterschied habe er als Kind zwar wahrgenommen, aber nicht sonderlich hinterfragt.

Auf die Frage, was auf Urbans Werbeplakat für mehr Kinderlobbyismus stehen würde, antwortet Urban: Etwas in der Art, wie „Eine starke Gesellschaft braucht starke Kinder, und starke Kinder brauchen eine starke Lobby“. Die Gesellschaft brauche selbstbewusste und starke Kinder. Zugleich müsse sie selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich der Nachwuchs gut entwickeln kann.

Das komplette Interview kann im mp3-Format auf sn-online.de angehört werden.




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